Weltkarte der Partnerhochschulen der ESB Business School
11.07.2017 | MSc International Business Development

7 Minuten, auf die Sekunde genau.

Grandiose Ideen beim Start-Up-Pitch des Masters International Business Development

Von: Lena Jauernig

„Noch 20 Sekunden!“ Prof. Dr. Maud Schmiedeknecht lässt nicht mit sich verhandeln: Genau sieben Minuten haben die Studierenden des Masters International Business Development (IBD) um die Professorin, die Kommilitonen und das Team vom Start-Up-Zentrum „Spinnovation“ der Hochschule Reutlingen von ihrer Start-Up-Idee zu überzeugen. „Pitch“ nennt sich ein solcher Ideenwettbewerb, bei dem Gründer versuchen, Investoren oder andere Stakeholder für sich zu gewinnen.

Vom Fertigessen für Fitness-Bewusste über die Hebammen-App bis zum Vertrieb von indonesischem Kokosblütenzucker: An kreativen Geschäftsideen mangelt es den Studierenden der ESB Business School nicht. Doch beim Pitch zählt nicht allein die Idee, sondern auch, dass man diese in kurzer Zeit auf den Punkt bringt.

Um ihr Publikum in sieben Minuten zu überzeugen, haben die Teams sich ein ganzes Semester vorbereitet: Marktrecherchen gemacht, Kostenkalkulationen erstellt, Werbestrategien entworfen. In ihrer Vorlesung „Entrepreneurship“ hat Prof. Dr. Schmiedeknecht ihnen das nötige Instrumentarium an die Hand gegeben. Die Projektideen und Business Pläne haben die Studierenden dann komplett in Eigenregie erarbeitet. Für manche Teams bleibt die Veranstaltung eine Übung, andere überlegen tatsächlich, ihre Idee umzusetzen und ein Start-Up zu gründen.

Jetzt wird aber erst einmal präsentiert. „Jeder Deutsche isst im Jahr 30 kg Zucker. Das sind 31 Teelöffel pro Tag“, weiß das Team „ZucKa“, das mit seinem Bio-Kokosblütenzucker eine gesundheitsbewusste Zielgruppe adressieren will. Um vom „lecker-karamelligen“ Geschmack zu überzeugen werden Kostproben gereicht, in Rohform und zu Kuchen verarbeitet. Auch die Gruppe „Fruitbomb“ lässt Gläschen mit Smoothies durch die Reihen gehen. Um den „Wettbewerb auszudribbeln“ will das Team „Gymfoodies“ seine Menüs direkt in Fitnessstudios anbieten. Die zwei letzten Teams haben nichts zu essen, sondern spannende Ideen für neue Apps dabei. „Wunderheldin“ soll Schwangere bei der schwierigen Suche nach einer Hebamme unterstützen. „Der Hauptvorteil? Zeitersparnis!“ Zeitersparnis beim Arzt verspricht die App „WaitFlex“ nicht. Die „digitale Warteschlange“ hilft Patienten aber, die Wartezeit effektiver zu nutzen, indem sie in Echtzeit über Verzögerungen informiert.

Nachdem die sieben Minuten um sind, hat jede Gruppe noch einmal sieben Minuten Zeit, auf Fragen zu antworten. Und dieses Publikum will es ganz genau wissen! „Wie funktioniert das Zahlungssystem bei WaitFlex?“ „Über den Appstore.“ „Glaubt ihr, dass Hebammen eine IT-affine Zielgruppe sind?“ „Die Handhabung der App ist einfach, man muss kein IT-Spezialist sein.“ „Wie stellt ihr sicher, dass bei euren Fitnessmenüs die Kühlkette aufrecht bleibt?“ „Wir produzieren im Cook&Chill Verfahren“. Die Teams schlagen sich wacker.

Am Ende stellt Prof. Dr. Schmiedeknecht die große Frage: „Wo würden Sie Ihr Geld investieren?“ und das Publikum stimmt ab. Die meisten Punkte für die „beste Performance“ bekommt „Gymfoodies“, die „Wunderheldin“ wird zum „besten Investment“ gekürt. Gewonnen haben aber alle etwas. Thomas Rehmet und Kathrin Engels von „Spinnovation“ bringen es auf den Punkt: „Wer gelernt hat, seine Ideen knapp und überzeugend zu präsentieren, profitiert nicht nur als Gründer. Diese Fähigkeit zählt heute überall im Berufsleben!“ Das Spinnovation-Team der Hochschule Reutlingen möchte die Studierenden der Hochschule für das Thema Gründung sensibilisieren und bei konkreten Vorhaben unterstützen. Im Wintersemester planen sie einen hochschulweiten Ideenwettbewerb und eine Gründermesse.