17.07.2017 | Forschung

Verhaltenswissenschaftliche Finanzmarktforschung

Prof. Daxhammer veröffentlicht Neuauflagen der Bücher „Behavioral Finance“ und „Spekulationsblasen“

Buchvorstellung Behavioral Finances, Prof. Dr.  Rolf Daxhammer
Buchvorstellung: Prof. Dr. Rolf Daxhammer veröffentlichte Neuauflagen der Werke "Behavioral Finance" und "Spekulationsblasen"

Von: ESB-PR

ESB Business School Professor Rolf J. Daxhammer ist Experte auf dem Gebiet verhaltensorientierter Finanzmarktforschung. In schneller Folge haben er und sein Autorenkollege Máté Facsar (Factset) jetzt die zweiten, überarbeiteten Auflagen ihrer Fachbücher „Behavioral Finance“ und „Spekulationsblasen“ veröffentlicht:

Spekulationsblasen: Den Turbulenzen am Finanzmarkt auf der Spur

Die erste dokumentierte, folgenschwere Spekulationsblase entstand im 17. Jahrhundert in Holland, weit bekannt als „Tulpenmanie“. Weitere sollten in den nächsten Jahrhunderten auf den Finanzmärkten folgen. Wie entstehen solche zumeist euphorischen und schlussendlich panikartigen Marktentwicklungen? Und wie konnte es immer wieder passieren, dass diese von Börsenprofis nicht rechtzeitig erkannt wurden? Diesen und weiteren Fragen gehen Prof. Dr. Daxhammer und Máté Facsar in ihrem Buch auf den Grund. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete dem Titel „Spekulationsblasen“ eine Buchbesprechung und schrieb: „(Die Autoren) … zeigen, dass sich Spekulationsblasen prinzipiell für alle Vermögensgegenstände bilden können, die an Märkten gehandelt werden. … Trotz einzelner Unterschiede lassen sich die Blasen im Rückblick oft durch identifizierbare Phasen kennzeichnen, die während einer Spekulationsblase durchlaufen werden.“

Behavioral Finance: Verhaltenswissenschaftliche Finanzmarktforschung im Lichte begrenzt rationaler Marktteilnehmer

Die Überlegungen zu Spekulationsblasen beruhen auf der verhaltenswissenschaftlichen Finanzmarktforschung (Behavioral Finance). Behavioral-Finance-Theorien basieren auf der Erkenntnis, dass die Markteilnehmer aufgrund psychischer, mentaler und neuronaler Beschränkungen nur zu einem begrenzt rationalen Verhalten gemessen an der Erwartungsnutzentheorie fähig sind. Das Konzept der begrenzten Rationalität ist zentraler Bestandteil und Ausgangspunkt der Behavioral-Finance-Forschung. Sie widerspricht auch der Annahme, dass die begrenzt rationalen Verhaltensweisen einzelner Individuen aufgrund der Heterogenität der Marktteilnehmer neutralisiert werden und sich folglich nicht im Marktergebnis niederschlagen. Vielmehr erwarten die Befürworter der Behavioral Finance eine Paradigmenerweiterung, welcher die ökonomischen Konzepte und Prinzipien der neoklassischen Kapitalmarkttheorie um psychologische, soziologische und neurologische Aspekte erweitert.

Die verhaltenswissenschaftliche Forschung hat in den letzten 30 Jahren zahlreiche Ergebnisse hervorgebracht, wonach wir uns auch bei Finanzentscheidungen anstatt von streng rationalen Beweggründen vielmehr von unseren Emotionen oder vereinfachenden Faustregeln leiten lassen. Daniel Kahneman, einer der bekanntesten Forscher auf dem Gebiet der Behavioral Finance, erhielt den Nobelpreis für seine Erkenntnisse über Finanzentscheidungen unter Unsicherheit. Und es zeigte sich mit Hilfe von Kernspintomographen, dass bei Finanzentscheidungen oftmals das Kleinhirn der aktivste Teil des Gehirns ist – dieses verbindet uns evolutionsgeschichtlich beispielsweise mit den Reptilien. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass unser Gehirn gelegentlich Abkürzungen in Kauf nimmt, um schneller eine Entscheidung fällen zu können.

 

Links zu den Büchern:

Spekulationsblasen: Den Turbulenzen am Finanzmarkt auf der Spur

Behavioral Finance: Verhaltenswissenschaftliche Finanzmarktforschung im Lichte begrenzt rationaler Marktteilnehmer