26.06.2017 | Forschung

Arbeitswelt 4.0

Neues Projekt: Wissenschaftler der ESB Business School forschen zur Digitalisierung der Arbeit.

Neues Projekt: Wissenschaftler der ESB Business School forschen zur Digitalisierung der Arbeit.

Von: Lena Jauernig

Bisher nutzen deutsche Unternehmen, insbesondere KMU, die Chancen der Digitalisierung der Arbeitswelt nur zögerlich, stellen Wissenschaft und Politik fest. Warum? „Der Wandel hin zur digitalen Arbeitswelt ist für Unternehmen ein hochkomplexer Prozess. Und es fehlt momentan an erprobten Methoden, mit deren Hilfe dieser Wandel aktiv und zielführend gestaltet werden kann“, nennt Prof. Dr. Arjan Kozica von der ESB Business School der Hochschule Reutlingen als Gründe.

Ein neues Forschungsprojekt, an dem Wissenschaftler der ESB Business School maßgeblich beteiligt sind, will zukünftig an diesem Punkt Hilfestellung leisten: Die Universität der Bundeswehr München, die Hochschule Reutlingen, der RKW-Bayern e.V. und die AOK Baden-Württemberg haben sich im Verbundprojekt DigiTraIn 4.0 zusammengeschlossen.

Die Abkürzung steht für „Indiziert. Transformiert. Digitalisiert. Instrumente für den erfolgreichen Wandel ins Arbeiten 4.0“. Die Projektpartner wollen Unternehmen dabei unterstützen, die Transformation in die digitale Arbeitswelt erfolgreich zu gestalten. Ziel der Forscher ist es, anhand von realen Fallstudien in den nächsten drei Jahren wissenschaftlich fundierte Instrumente und praktisch erprobte Konzepte zu entwickeln. So beteiligen sich neben der AOK sechs Umsetzungspartner aus der Wirtschaft am Projekt.

Das Projektteam nimmt verschiedene Dimensionen der Digitalisierung ins Visier und untersucht deren Wechselwirkungen: Individuelle, interaktionale und organisationale Dimensionen der Digitalisierung. Neben den Chancen beleuchten die Forscher auch Risiken.

Das Team der ESB Business School rund um Prof. Dr. Kozica konzentriert sich insbesondere auf die individuelle und interaktionale Dimension der Digitalisierung: „Wir analysieren, wie Individuen auf die Transformation zur digitalen Arbeitswelt reagieren und untersuchen das interaktionale Umfeld. Am Ende sollen geprüfte Konzepte für ein erfolgreiches Veränderungsmanagement bereitstehen.“

Insgesamt wollen die Projektpartner vier Hauptinstrumente entwickeln: Der „Digitalisierungsatlas“ soll Unternehmen helfen, interdisziplinäre Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt für ihre Organisation zu bewerten. Der „Digitalisierungsindex“ wird den Digitalisierungsgrad der Arbeitswelt des eigenen Unternehmens messen, basierend auf einer methodengestützten Diagnostik. Der „Digitalisierungskompass“ soll helfen, spezifische Entwicklungsziele für die digitale Transformation zu setzen. Darauf aufbauend soll die „Transformationsagenda“ unterstützen, neue Arbeitspraktiken einzuführen.

Personelle Unterstützung erhält das Projekt durch Dr. Daniel Thiemann, der am 15.6. seine Arbeit an der ESB Business School aufnahm. „Damit starten wir nun in die Durchführungsphase!“ freut sich Prof. Dr. Kozica. Anfang Juli wird dann mit Frau Madlen Müller das Reutlinger Projektteam vollständig sein.

Das Vorhaben „Indiziert. Transformiert. Digitalisiert. Instrumente für den erfolgreichen Wandel ins Arbeiten 4.0“ wird im Rahmen des Programms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 1,45 Mio. Euro; auf das Arbeitspaket der ESB Business School entfallen 507.000 Euro.