20.11.2015

Jom Kippur

Der höchste jüdische Feiertag

Von: Jana Reismann

Jom Kippur ist der strengste Fasten- und wichtigste Feiertag im Judentum. Er beendet eine zehntägige Reuezeit, in der sich Juden mit allen Mitmenschen wieder vertragen sollen, die sie im Laufe des Jahres verletzt oder verärgert haben. Am Jom Kippur-Tag entscheidet Gott nach jüdischem Glauben über das Schicksal der Menschen.

Viele Gläubige beten den ganzen Tag über in der Synagoge und fasten 25 Stunden lang. Das gilt auch für Mädchen ab 12 und Jungen ab 13 Jahren, die schon ihre Bar Mizwa und bat Mizwa gefeiert haben und damit als vollwertige Mitglieder in der Gemeinde gelten. Kinder ab 9 Jahren dürfen einige Stunden mitfasten.
An Jom Kippur tragen viele Juden keine Lederschuhe. Streng religiöse Juden kleiden sich an diesem Tag in ihre weißen Totenhemden, die sie später einmal im Sarg tragen werden. Weiß ist die Farbe der Reinheit. Die weißen Totenhemden sind ein Zeichen dafür, dass ihre Träger vor Gott treten, der über sie richtet – und sogar ein Todesurteil fällen kann.

Jom Kippur ist auch bekannt unter dem Namen „Versöhnungstag“. Dieser Begriff ist aber falsch. Richtig übersetzt heißt Jom Kippur "Tag der Bedeckung", an dem Gott die Sünden vergibt und zudeckt, wenn die Sünder sie ernsthaft bereuen.