22.09.2017 | BSc International Business (IB), MSc International Accounting, Controlling and Taxation, MSc International Business Development

Lösungsansätze für den Klimawandel

Studierende absolvieren simulationsbasiertes Rollenspiel World Energy

Studenten der ESB Business School absolvieren simulationsbasiertes Rollenspiel World Energy

Von: Anna-Lena Pohl, Kushdeep Singh, Florian Kapmeier und Katrin Reil

Mit einem global relevanten und hochaktuellen Thema beschäftigte sich vor Kurzem eine Gruppe von Studierenden aus den Programmen BSc International Business (Business Simulation bei Prof. Florian Kapmeier) sowie MSc International Business Development und MSc International Accounting, Controlling and Taxation (Sustainability Management bei Prof. Maud Schmiedeknecht). In einer gemeinsamen Lehrveranstaltung absolvierten sie unter Anleitung von Prof. Florian Kapmeier das simulationsbasierte Rollenspiel World Energy, mit dem das Phänomen Klimawandel, dessen Ursachen und mögliche Lösungsansätze nachvollzogen werden können.

World Energy wurde von der Non-Profit Organisation Climate Interactive, der System Dynamics Group der MIT Sloan School of Management und der UMass Lowell entwickelt. Mit Nutzung des wissenschaftlich anerkannten Simulators En-ROADS kann der Einfluss verschiedener Faktoren (Veränderungen des Energiemixes, Erhöhung der Energieeffizienz etc.) auf das Steigen der Durchschnittstemperatur der Atmosphäre und damit die von der UN formulierten Klimaziele überprüft werden.

 So schildern die Studierenden selbst ihre Erfahrungen und Eindrücke:

 „In den letzten 50 Jahren stieg die globale Durchschnittstemperatur so schnell wie nie zuvor seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt und Zerstörungen durch Extremwetterbedingungen nehmen zu. Mehr als 97 % aller Klimawissenschaftler sind sich einig: Der Klimawandel findet statt und er ist spürbar. Das Verbrennen fossiler Brennstoffe und der dadurch bedingte Ausstoß von Treibhausgasen gelten als Hauptgrund für die globale Erwärmung. Zusätzlich leisten andere menschgemachte Faktoren wie Landwirtschaft und Abholzung der Regenwälder ihren Beitrag zur Erwärmung der Atmosphäre.

Im Unterschied zum bisher an der ESB Business School durchgeführten simulationsbasierten Rollenspiel World Climate übernahmen wir dieses Mal die Rollen der Repräsentanten verschiedener Sektoren: Produzenten fossiler Brennstoffe, Produzenten Erneuerbarer Energien, Repräsentanten führender Volkswirtschaften sowie Klimaaktivisten. Das gemeinsame Ziel war es, Vorschläge zur Stabilisierung der globalen Erwärmung bei unter 2°C plus gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu erarbeiten. Jede Gruppe musste hierfür eigene Ideen entwickeln und darüber mit den anderen diskutieren und verhandeln. Zudem hatte jeder Sektor die Steuerung einiger Parameter unter seiner Obhut, zum Beispiel das Investionsausmaß in Erneuerbare Energien oder den globalen Preis für Kohlenstoffemissionen.

Nach jeder der drei Verhandlungsrunden präsentierten die Gruppen ihre Vorschläge. Diese wurden anschließend in die Simulationssoftware eingegeben und ausgewertet.
In der ersten Spielrunde wurde das UN-Klimaziel deutlich überschritten. Die unternommenen Initiativen brachten kaum eine Verminderung des Temperaturanstiegs. Nach der zweiten Verhandlungsrunde präsentierten alle Sektoren weitaus stärkere Beiträge zur Erreichung des Klimaziels und akzeptierten im Zuge dessen mehr Einschränkungen. Trotzdem wurde das Ziel wiederum nicht erreicht. En-ROADS zeigte den Teams noch immer eine Temperaturerhöhung zwischen 3°C und 4°C im Vergleich zu den vorindustriellen Werten an. In der finalen dritten Runde machten nur starke Anpassungen aller Parameter letztlich einen Rückgang des Temperaturanstiegs möglich. Starke Investitionen in Erneuerbare Energien, ein hoher Preis für Kohlenstoff und höhere Raten der Energie-Effizienz wurden unter anderem als wichtigste Parameter identifiziert.

World Energy lehrte uns, dass es keine Einzellösung für den Klimawandel gibt. Stattdessen müssen die verschiedensten technologischen und sozialen Ansätze verfolgt werden. Mit einem besseren Verständnis dieses komplexen Themas steigt auf jeden Fall die Motivation daran zu arbeiten. Uns allen wurde gemeinsam etwas klar: Es sind wir, die den Wandel bringen müssen.
Mit World Energy konnten wir die Problematik des Klimawandels anschaulich erleben. Durch das Einnehmen der Rollen der involvierten Parteien entwickelten wir ein Bewusstsein für die reale Situation und erkannten auch unsere eigene Verantwortung im globalen System. Wir alle verursachen die Treibhausgase, die durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen, Landwirtschaft und Abholzung entstehen, da all diese Aktivitäten in direktem Zusammenhang mit unserem Konsum stehen. Nur wenn wir unsere Gewohnheiten und unseren Konsum ändern, können wir unsere Klimaziele erreichen. Da der Klimawandel von uns versursacht ist, kann er auch nur von uns gelöst werden."