26.02.2016

40-jährige Erfolgsgeschichte geht zu Ende

Letzte Reutlinger Außenwirtin verabschiedet

Ying Dou heißt die letzte Absolventin der Reutlinger Außenwirtschaft. Ying wurde in Jiangsu, China geboren und kam im WS 2011/12 zum Studium nach Reutlingen. Wegen der Geburt ihres Sohnes Maximilian pausierte sie vom Studium und schloss dieses deshalb nun etwas später ab als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen.

Der Studiendekan des Studienprogramms Außenwirtschaft, Prof. Dr. Hermann Lassleben, ließ es sich nicht nehmen, Ying die Bachelorurkunde persönlich zu überreichen.

„Damit geht eine mehr als 40-jährige Erfolgsgeschichte zu Ende. Die Außenwirtschaft war eine Keimzelle der Reutlinger Betriebswirtschaft und hat maßgeblich zu ihrem heutigen Ruf mit beigetragen“, erklärt Prof. Dr. Lassleben. Die zum Wintersemester 1971/72 gegründete Betriebswirtschaft teilte sich 1975 in die Fachbereiche „Außenwirtschaft“ und „Fertigungswirtschaft“. Aus der Außenwirtschaft gingen 1979 das „Europäische Studienprogramm Betriebswirtschaftslehre (ESB)“ und 1984 die „Exportakademie Baden-Württemberg“ hervor“. Im Jahr 2008 wurden dann alle Reutlinger Betriebswirtschaftsprogramme wieder unter dem Dach der heutigen ESB Business School zusammengeführt.

Rund 3.000 Reutlinger Außenwirte mit Abschlüssen als Betriebswirt (grad.), Diplom-Betriebswirt (FH) und Bachelor of Arts dürften seit 1975 die Praxis bereichert haben. „Die ersten stehen wohl kurz vor der Verrentung“, bemerkt Lassleben, der das Studienprogramm seit 2008 leitet, ironisch.

Natürlich schwingt bei der Absolvierung der letzten „Außenwirtin“ auch ein wenig Wehmut mit, gesteht Lassleben. Die Entscheidung das Studienprogramm Außenwirtschaft nicht weiter zu betreiben sei jedoch richtig gewesen. Sie war einerseits der Fusion im Jahr 2008 und der damit einhergehenden Notwendigkeit der Abgrenzung der Studienprogramme, andererseits den Entwicklungen im beruflichen Umfeld geschuldet gewesen. „Die Exportlastigkeit der Außenwirtschaft war angesichts zunehmend global verteilter Produktionsprozesse nicht mehr zeitgemäß.“

Überdies sei die Außenwirtschaft ja nicht „tot“. Vielmehr seien viele ihrer Erfolgsfaktoren auch im Nachfolgestudiengang BSc International Business enthalten: Die solide betriebswirtschaftliche Fundierung, die Verhandlungssicherheit in zwei Fremdsprachen, und die interkulturelle Kompetenz durch Praxis- und Studiensemester im Ausland. Neu ist, dass statt des Exportfokus nun Spezialisierungsmöglichkeiten in den Bereichen Marketing & Strategy, Finance & Accounting, sowie HRM & Organization bestehen und das Studium komplett in englischer Sprache durchgeführt wird, wodurch es noch offener ist für internationale Studierende, wie Ying Dou.