02.05.2016

Personalisierte Produktentstehung im Kontext von Industrie 4.0

Logistik-Lernfabrik der ESB Business School auf der Hannover Industrie Messe

Logistik-Lernfabrik der ESB Business School auf der Hannover Industrie Messe

Jörg Bauer

Zahlreiche Stand-Besucher der CENIT AG durften auf der diesjährigen Hannover Messe die Vorstellung eines Demonstrators der Logistik-Lernfabrik der ESB Business School Hochschule Reutlingen, mitverfolgen und sich umfassend über die eingesetzten Technologien informieren.

Dipl.-Ing. (FH) Beate Brenner, ESB Business School, stellte den von Wissenschaftlern der ESB Business School und Studierenden des WS 2015/2016 entwickelten Demonstrator „Personalisierte Produktentstehung – vom Design bis zur Produktion – im Kontext von Industrie 4.0“ vor.

In Zeiten der digitalen Transformation werden vom Markt zunehmend individuelle Produkte gefordert. Diese Anforderung stellte das Team der ESB Business School und der CENIT AG vor die Herausforderung eine Lösung zu konzipieren und umzusetzen, Diese soll es ermöglichen, agiler und innovativer auf Kundenwünsche zu reagieren, die steigende Produktvielfalt zu beherrschen und näher am Kunden zu entwickeln.

Die ESB Business School an der HSRT verfügt über eine realitätsgetreue, physische Lehr-, Forschungs- und Demonstrationsumgebung, die Logistik-Lernfabrik der ESB Business School. Die momentan rund 350 m² umfassende und von Prof. Dr.-Ing. Vera Hummel geleitete Einrichtung bildet einen Produktionsbetrieb mit allen essentiellen produktions- und logistikseitigen Prozessschritten einer variantenreichen Kleinserien- und Einzelstückfertigung zwischen Warenein- und -ausgang mit innovativster Infrastruktur ab. Die Infrastruktur umfasst zurzeit flexible, mobile Warenein- und -ausgangs- und Supermarktlager, sowie sechs ergonomische, manuelle Montagestationen und zwei fahrerlose Transportsysteme zur Material- und Palettenandienung von BeeWaTec Systems. Im Bereich der Stetigförderer steht eine modulare, intelligente und selbstgesteuerte Rollenfördereranlage von Gebhardt Fördertechnik in der Lernfabrik bereit. Hierbei handelt es sich um eine der ersten industrietauglichen Umsetzungen im Umfeld cyber-physikalischer Materialflusssysteme. Ein Rethink Robotics-Zweiarm-Roboter unterstützt Handlingsaufgaben. Weiterhin sind ein Pick-by-Light-System von WIBOND sowie ein industrielles Kommunikationssystem IO-Link von BALLUFF sowie verschiedene Siemens-Steuerungen zur Lösung von Automatisierungsaufgaben verfügbar. Zur Kapazitätsplanung und Auftragssteuerung kommt ein in Zusammenarbeit mit dem Softwarehaus BECOS in ständiger Weiterentwicklung befindliches Manufacturing Self Execution System (MSES) zum Einsatz. Dieses basiert auf einer cloud- und ereignisorientierten Systemarchitektur und wurde speziell für wandlungsfähige Szenarien im Kontext der Industrie 4.0 in der Lernfabrik konzipiert.  

In sechsmonatiger Projektzeit wurde diese reale Fabrik um Werkzeuge der digitalen Fabrik - 3DEXPERIENCE® Plattform - erweitert. Die cloud- und app-basierte DEXPERIENCE® Plattform von Dassault Systèmes unterstützt Unternehmen beim ganzheitlichen, digitalen Abbilden ihrer Geschäftsprozesse im Produktlebenszyklus und ermöglicht dadurch ein durchgängiges Engineering. Über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg vernetzt die 3DEXPERIENCE® Plattform intelligent unterschiedliche Geschäftsbereiche des Unternehmens, vom Marketing über den Vertrieb bis hin zur Konstruktion. Auf einer einheitlichen Benutzeroberfläche bietet die Business Experience Plattform jeder Organisationseinheit maßgeschneiderte Softwarelösungen.

Nach Abschluss dieser Projektarbeit steht nun den Wissenschaftlern der Logistik-Lernfabrik Beate Brenner, Jörg Bauer, Fabian Ranz und Jan Schuhmacher sowie den Professoren Vera Hummel und Daniel Palm ein ganzheitlicher Demonstrator einer operablen physischen Fabrik und einer digitalen Engineering Umgebung mit kollaborativer Planungs- und Simulationsplattform zur integrierten personalisierten Produktentstehungen – vom Design zur Produktion- zur Verfügung.

Laufende und geplante Forschungsarbeiten im Kontext Industrie 4.0 werden diesen Demonstrator erweitern.