03.05.2018

Vom Reutlinger Campus an die REWE Spitze

Alumni Talk: Der REWE Vorstandsvorsitzende Lionel Souque war zu Besuch auf dem Campus

Lionel Souque, ESB Business School Alumnus und Vorstandsvorsitzender der REWE Group war letzte Woche zu Besuch auf dem Campus.
Lionel Souque, ESB Business School Alumnus und Vorstandsvorsitzender der REWE Group war letzte Woche zu Besuch auf dem Campus. / Lionel Souque, ESB Business School alumnus and CEO of the REWE Group, visited the campus two weeks ago.

Lena Jauernig

Zurück zu den Wurzeln hieß es letzte Woche für Lionel Souque, den Vorstandsvorsitzenden der REWE Group. Der ESB Business School Alumnus stattete der Hochschule Reutlingen einen Besuch ab, sprach vor Studierenden und Hochschulangehörigen über seine Karriere und gab spannende Einblicke in die Handelsbranche.

Der Saal war voll: Die Reutlinger Studierenden waren gespannt auf Lionel Souque und strömten am 25. April in die Aula, um dem erfolgreichen Alumnus der Fakultät ESB Business School zuzuhören.

Lionel Souque erlangte 1993 an der ESB Business School der Hochschule Reutlingen seinen Abschluss als Diplom-Betriebswirt. 1996 trat er in die REWE Group ein und machte über die Jahre erfolgreich Karriere. Seit 2009 ist er Mitglied des REWE Group Vorstandes, seit Juli 2017 Vorstandsvorsitzender und damit Chef von 345.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 15.500 Märkten in Europa.

„Ich bin heute das erste Mal seit 25 Jahren wieder an der ESB und freue mich sehr hier zu sein“, begrüßte der gebürtige Franzose die Zuhörer und verriet gleich zu Beginn eine seiner schönsten Erinnerungen: In Reutlingen hat Souque seine Frau kennengelernt, ebenfalls eine ESB-Alumna. Außerdem verbinde ihn das Studium an der ESB Business School bis heute mit Freunden überall auf der Welt. So hat er auch immer gerne die Stammtische der ESB Alumni besucht, die in den Metropolen über die ganze Welt verteilt regelmäßig stattfinden.

Dann gab Souque spannende Einblicke in den Handel, eine Branche, die von einem starken Verdrängungswettbewerb geprägt ist. Er berichtete über aktuelle Herausforderungen, die von der Digitalisierung bis zum demographischen Wandel reichen. Wie reagiert REWE auf solche Veränderungen? „Man muss Wandel ernst nehmen. Die richtige Strategie ist wichtig, aber genauso wichtig ist die Umsetzung und dass alle im Unternehmen an einem Strang ziehen“, so Souque.

Im zweiten Teil der Veranstaltung interviewte Moderatorin Dr. Andrea Despot den Topmanager. „Wie schafft man es an die Spitze eines so großen Unternehmens?“ lautete eine der Fragen. Unterhaltsam und anhand vieler persönlicher Anekdoten ließ Souque die Studierenden an seinem Karriereweg teilhaben, erzählte, wie er in den Anfangsjahren mitunter selber an der Kasse eines Penny-Marktes saß und sich gegenüber Vorgesetzten behaupten musste. Er betonte auch, wie wichtig Netzwerke im Berufsleben seien und das man als CEO nicht über den Dingen schweben dürfe, sondern den Austausch mit Mitarbeitern und Kunden pflegen müsse.

Stationen im Ausland gehörten ebenfalls zu Souques Berufsleben. Seine Ausbildung sei dafür eine gute Vorbereitung gewesen: „An der ESB Business School habe ich viel über interkulturelle Zusammenarbeit gelernt.“

Auch für Publikumsfragen bot der Abend jede Menge Raum: Werden unsere Lebensmittel in Zukunft von Drohnen geliefert? Wie wichtig ist Service? Welche Rolle spielt E-Commerce im Lebensmittelhandel? Die Studierenden zeigten sich wissbegierig. Nicht nur zu REWE, auch zu seiner Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Köln gab der bekennende Fußballfan Souque gerne Auskunft.

Gegen Ende brannte einem Zuhörer noch eine persönliche Frage unter den Nägeln: „Was verschlug vor über 20 Jahren einen jungen Franzosen ausgerechnet nach Reutlingen?“ „Ich wollte schon immer international studieren und zudem habe ich eine deutsche Großmutter, also bot sich das deutsch-französische BWL-Studium der ESB Business School an. Die ESB hatte damals schon einen sehr guten Ruf, also kam ich nach Reutlingen“, erklärte Souque und fügte hinzu: „Auch wenn Barcelona oder Rom die bekannteren Städte sind – wir in Reutlingen hatten einen Riesenspaß!“ Die Reutlinger Studierenden applaudierten zustimmend.