17.09.2018

Wirtschaftsingenieurwesen und Industrie 4.0 in der globalen Wirtschaft

Bei der International Business Engineering Conference auf Bali trafen sich Experten aus aller Welt

Lena Jauernig

Zunehmende Digitalisierung, Globalisierung der Lieferketten und immer komplexere Geschäftsbeziehungen prägen die heutige Wirtschaft. Wie können Unternehmen in diesem Umfeld erfolgreich sein? Und welchen Beitrag leistet das Wirtschaftsingenieurwesen als interdisziplinärer Ansatz?

Bei der International Business Engineering Conference (IBEC), die vom 9. bis 10. August 2018 auf Bali, Indonesien, stattfand, kamen rund 60 Experten aus aller Welt zusammen, um Fragen dieser Art zu diskutieren.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der International Association of Business Engineering Professionals (IABEP). Das neue Netzwerk wurde von der ESB Business School in Kooperation mit Partnern aus Europa, Südostasien und der ganzen Welt gegründet. Ziel von IABEP ist es, eine zukunftsorientierte Berufsausbildung in den Bereichen Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaftslehre mit technischer Spezialisierung zu fördern.

Nachdem die IABEP-Partner bereits 2016 erfolgreich eine International Business Engineering Conference organisiert hatten, beschlossen sie im Jahr 2018 eine zweite Konferenz zu veranstalten. "Die IBEC-Konferenz ist die perfekte Plattform für den Austausch von Informationen, Wissen und Anforderungen für Unternehmens-, Wissenschafts- und Regierungsvertreter im Bereich Wirtschaftsingenieurswesen. Vor dem Hintergrund der sich rasant entwickelnden Wirtschaft in Südostasien ist ein solcher Austausch entscheidend", so Prof. Dr. Nur Budi Mulyono, Dozent an der School of Business and Management, Institut Teknologi.

Die IBEC-Konferenz 2018 wurde von I Made Mangku Pastika, Gouverneur von Bali, eröffnet. In seiner Keynote betonte er die Bedeutung von Industrie 4. 0 Konzepten für den balinesischen Tourismus.

Prof. Dr. Hendrik Brumme, Präsident der Hochschule Reutlingen, und seine Kollegin Prof. Dr. Hazel Grünewald erläuterten anschließend, wie sich Schlüsseltechnologien auf das aktuelle wirtschaftliche und akademische Umfeld auswirken. Sie betonten dabei die entscheidende Rolle, die der Mensch in der vierten industriellen Revolution spielt - sei es als Manager, Mitarbeiter, Kunde oder Stakeholder. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft statt.

Am zweiten Konferenztag beleuchtete eine Reihe von Workshops verschiedene Aspekte des Wirtschaftsingenieurwesens im Zeitalter von Industrie 4.0. Die Themen reichten von Geschäftsmodellen und Prozessen über Automatisierung und Robotik bis hin zu Supply Chain Management, Künstlicher Intelligenz und Datenanalyse. Experten aus Deutschland, Indonesien, Malaysia, Großbritannien und den USA berichteten über die neuesten Entwicklungen auf ihrem Gebiet.

Prof. Dr. Andreas Taschner, Dekan der ESB Business School und IABEP Vorsitzender, über seine Teilnahme an der Konferenz: "Um die komplexen Herausforderungen zu diskutieren, mit denen Wirtschaftsingenieure konfrontiert sind, reicht ein kurzer Vortrag nicht aus. Da alle IABEP-Partner praxisorientiert arbeiten wollen, bot das Workshop-Format bei der IBEC den idealen Rahmen für einen intensiven Austausch zwischen Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern. Wir haben viel darüber gelernt, was Unternehmen in der Region nachts wachhält und welche Lösungen und Unterstützung sie suchen. "

Die Organisation der Konferenz wurde vom indonesischen IABEP-Partner School of Business and Management, Institut Teknologi Bandung (ITB), geleitet. "Ein persönliches Highlight für mich war sicherlich die große Gastfreundschaft unserer ITB-Kollegen und die perfekte Tagungsorganisation vor Ort. Das war die beste Werbung, auf die IABEP hoffen konnte", so Taschner.

Die diesjährige IBEC-Konferenz ist zu Ende, doch die IABEP-Partner wollen sich jetzt nicht zurücklehnen: "Längerfristige Beziehungen müssen aufgebaut werden, die während der Konferenz ausgetauschten Ideen müssen in Projekte und gemeinsame Initiativen umgesetzt werden. Die Arbeit beginnt erst jetzt", so Taschner.