04.12.2017 | ESB Topnews, BSc International Business (IB), BSc International Management Double Degree (IMX)

"Die neue Weltordnung"

ESB-Studierende nehmen am Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung teil

Die ESB-Studenten Laura Pröfrock und Linus Keiler mit den Gründern des Münchner Start-Ups ReCup.

Von: Linus Keiler, Laura Pröfrock

Reutlingen als Vorzeigeprojekt in Berlin: Bei einer Paneldiskussion auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in der Hauptstadt wurde Reutlingen als eine der beiden Großstädte des Forschungsprojekts "Smart Urban Services" vorgestellt. Gemeint ist die smaRT city-App, die Bürgern und Besuchern der Stadt zu Verfügung steht. Die App ermöglicht es Nutzern, Informationen zu Angeboten und Produkten der Geschäfte in ihrer unmittelbaren Umgebung direkt auf ihrem Smartphone anzeigen zu lassen – standortbasiertes Marketing also.

Auch unabhängig von der kurzen Erwähnung Reutlingens gab es im Rahmen des Wirtschaftsgipfels von 16. Bis 18. November für die teilnehmenden studentischen Vertreter der ESB Business School, Linus Keiler und Laura Pröfrock (beide BSc International Management Double Degree), viel zu sehen, zu hören und zu lernen. Unter dem Motto „Die neue Weltordnung“ hatte die Süddeutsche Zeitung hochkarätige Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ins Hotel Adlon geladen.

Über zweieinhalb Tage hinweg wurde den Besuchern ein bunt gemischtes Programm mit aktuell relevanten Themen wie Künstliche Intelligenz, Smart Cities, Autonomes Fahren, Cybersecurity oder Fabrik der Zukunft angeboten. Auch über soziale und ethische Fragen wie die Inhalte der kürzlich durch die Süddeutsche Zeitung publizierten Paradise Papers, verschiedene Führungskulturen, Ungleichheit in Deutschland oder Resilienz wurde diskutiert. Die Programmpunkte waren meist als Paneldiskussion oder Doppelinterview organisiert, bei denen Redakteure der Süddeutschen Zeitung die Redner durch die Themen führten und angeregte Diskussionen moderierten. Am letzten Tag des Kongresses wurde bereits zum zweiten Mal der Sieger des Gipfelstürmer-Wettbewerbs, eines Start-Up Contests der SZ, durch das Publikum ermittelt. Sechs Finalisten konnten ihr Produkt live vor den Besuchern pitchen. Sieger wurde das Hamburger LKW-Logistikunternehmen Cargonexx. Als Dritter vorzeitig ausgeschieden war das Münchner Start-Up ReCup, das ein nachhaltiges Pfandsystem für Kaffeebecher entwickelt. Fun Fact: Die Schwester des ReCup-Gründers Florian Pachaly studiert an der ESB Business School.

Neben ausführlichen Diskussionen mit den Junggründern von ReCup ergaben sich weitere Gelegenheiten, mit interessanten Persönlichkeiten ins Gespräch zu kommen. Während des Mittagessens am Freitag konnten die ESB-Studierenden Ex-Finanzminister Hans Eichel für ein Gespräch über die Zukunft Europas gewinnen. Diskutiert wurde angeregt über die Notwendigkeit eines stärkeren europäischen Zusammenwachsens, die Auswirkungen des Brexits, den Einfluss von Digitalisierung auf die Gesellschaft und Eichels persönliche Zukunftsvision für Europa. Weitere Gesprächspartner der Studenten waren Hans J. Langer, Gründer der EOS Group zum Thema additive Fertigung mithilfe von 3D-Druck und Julia Leeb, Fotojournalistin, zu ihren Erfahrungen in zahlreichen Krisengebieten.

Zu den Höhenpunkten der Tagung gehörte der Abschlusstalk zwischen Roland Berger, Gründer des fünftgrößten Beratungsunternehmens der Welt, und Freya Oehle, Junggründerin von spottster. Trotz Alters- und Erfahrungsunterschied konnte man einige Parallelen zwischen den beiden Entrepreneurs beobachten. Beide gründeten beispielsweise bereits während oder direkt nach dem Studium. Auch der Talk zwischen Julia Leeb, Janina Kugel, Personalvorstand der Siemens AG, Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender von Thyssen Krupp, und Jochen Schweizer, Gründer des gleichnamigen Erlebnisunternehmens, zum Thema Resilienz traf einen ähnlichen Nerv: Die vier Referenten waren sich einig, dass Resilienz nur durch bewusste Entscheidungen entstehen kann. So gab sich Janina Kugel am Tag nach der Verkündung massiver Stellenstreichungen bei Siemens mit ihrem Statement, es gäbe keine Lebensentscheidungen, man könne sich aufgrund der „Erfahrungen, was kann ich, was kann ich nicht, was halte ich aus, was halte ich nicht aus, was will ich, was will ich nicht“ jederzeit wieder neu entscheiden, beeindruckend resilient. Sie erfuhr Rückhalt von Heinrich Hiesinger („Der Weg ist die Summe aus einzelnen Entscheidungen.“) und Jochen Schweizer. Mit den Worten „Ich gestalte meine Zukunft ab jetzt mit jeder Entscheidung, die ich treffe.“ gab der ehemalige Stuntman den Studierenden einen sehr gut auf die studentische Zukunftsfrage passenden Gedanken mit auf den Weg zurück nach Reutlingen.