09.10.2018 | ESB Topnews, Forschung, BSc International Management Double Degree (IMX)

Gefragter Afrika-Experte

Welche Potentiale bietet Afrika für hiesige Firmen, fragte sich das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg – und holte sich Rat bei Prof. Dr. von Carlowitz

Prof. Dr. Phillipp von Carlowitz hielt beim "Wirtschaftsgipfel Afrika 2018" einen Vortrag.
Prof. Dr. Phillipp von Carlowitz hielt beim "Wirtschaftsgipfel Afrika 2018" einen Vortrag.

Von: Lena Jauernig

Die Dynamik und Diversität, die sich in den Ländern Subsahara-Afrikas bietet, ist für einzelne mittelständische Unternehmen schwer zu erfassen. Um Unternehmen einen besseren Einblick in die afrikanischen Märkte zu geben, beschloss das baden-württembergische Wirtschaftsministerium daher Anfang des Jahres eine Studie in Auftrag zu geben. Eine Aufgabenstellung, die einiges an Marktkenntnis voraussetzt. Das Wirtschaftsministerium klopfte bei Prof. Dr. Phillipp von Carlowitz an.

Der Professor der ESB Business School ist in Ostafrika aufgewachsen und beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit unternehmerischen Fragestellungen rund um Subsahara Afrika. „Die meisten Afrika-Publikationen beschäftigen sich mit volkswirtschaftlichen oder entwicklungspolitischen Themen“, stellt von Carlowitz fest und belegt für sich eine Nische: „Ich konzentriere mich in meiner Forschung ganz auf die unternehmerische Perspektive.“

Um die unternehmerische Perspektive ging es dann auch in der Studie „Chancen in Subsahara-Afrika nutzen“, die er im Auftrag des Wirtschaftsministeriums durchführte. Ziel war es, sowohl ein realistisches Bild der geschäftlichen Situation in der Region zu zeichnen als auch Anknüpfungspunkte für den baden-württembergischen Mittelstand zu beleuchten. Die Ergebnisse der Studie umfassten auch Anknüpfungspunkte für das Ministerium, wie das Land Baden-Württemberg Unternehmen beim Markteintritt oder dem Geschäftserfolg im Afrikageschäft unterstützen können.

Ende September wurde die Studie von Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in großem Rahmen vorgestellt: Das Wirtschaftsministerium veranstaltete in Stuttgart den ersten „Wirtschaftsgipfel Afrika 2018“, an dem neben namhaften baden-württembergischen Unternehmen auch afrikanische Vertreter teilnahmen.

Prof. Dr. Philipp von Carlowitz hielt bei dem Gipfel einen Vortrag. Er gab einen Überblick über die geschäftlichen Möglichkeiten in Subsahara-Afrika und beleuchtete einzelne Fokusregionen, in denen sich für baden-württembergische Unternehmen Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte ergeben. „Dabei gilt: Eine Marktstrategie für Subsahara-Afrika als Ganzes gibt es nicht, lokale Marktkenntnis ist unabdingbar“, so von Carlowitz.

Von seiner umfangreichen Marktkenntnis profitieren übrigens nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch die Studierenden der ESB Business School: Wenn er im Bachelor International Management Double Degree die Vorlesung „Internationalisierung von Geschäftsaktivitäten“ hält, so verrät von Carlowitz, fließen auch immer aktuelle Case Studies und Marktinformationen zu Afrika ein.  Außerdem forscht er an der ESB Business School beispielsweise zu Geschäftsmodellen für afrikanische Märkte oder Vertriebspartnerschaften zwischen deutschen und afrikanischen Unternehmen.

Weiterführende Informationen: Pressemitteilung des Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg