04.07.2018 | MSc International Business Development, ESB Topnews, MSc International Accounting, Controlling and Taxation

"Ohne Plastik, ohne Müll! Geht das wirklich?“

Gründerin Lina Fritz über Zero Waste und mehr

Lina Fritz, Gründerin des Unverpackt-Ladens "Fridi Unverpackt" in Reutlingen, in ihrem Gastvortrag über Nachhaltigkeit und die Zero-Waste-Bewegung.

Von: Prof. Dr. Maud Schmiedeknecht

Ohne Plastik, ohne Müll – geht das wirklich? Heutzutage ist das fast unvorstellbar, denn alle Arten von Kunststoffen haben unseren Alltag fest durchdrungen: Möbel, Küchen- und Elektrogeräte, Teppiche, Kleidung, Spielzeuge, Putzkörper in Zahnpasta, Silikone in Shampoos, Plastiktüten … überall versteckt sich Plastik. Auf den ersten Blick sprechen dessen Materialeigenschaften für sich: billig, vielseitig, leicht zu verarbeiten und lange haltbar. Doch die ökologischen Folgen, u.a. die Verschmutzung der Flüsse und Weltmeere, sind verehrend.

Dieses hochaktuelle Thema stellte die Unternehmerin und Gründerin Lina Fritz am Montag, den 25. Juni an der ESB Business School vor. Im Rahmen der Vorlesung „Sustainability Management“ von Prof. Dr. Maud Schmiedeknecht diskutierte sie mit Masterstudierenden des MSc International Business Development (IBD), des MSc International Accounting, Controlling and Taxation (IACT) und weiteren interessierten Hochschulangehörigen.

Was muss sich grundlegend ändern, um Plastik und Müll zu reduzieren oder ganz zu vermeiden? Welchen Beitrag können Produzenten und Konsumenten leisten? Lina Fritz fand darauf ihre persönliche Antwort und eröffnete – inspiriert von den ersten Unverpackt-Supermärkten in Kiel und Berlin und von der aus Nordamerika stammenden Zero-Waste-Bewegung – im November 2017 den Unverpackt-Supermarkt „Fridi unverpackt“ in der Reutlinger Innenstadt. Lebensmittel, Getränke, Kosmetika und Hygieneartikel stehen dort nicht in Schachteln und Tüten im Regal, sie können je nach Bedarfsmenge in eigene oder ausgeliehene Mehrwegbehälter verpackungsfrei abgefüllt werden. Auch auf Aspekte wie Regionalität und Saisonalität wird Wert gelegt. Fritz berichtete über die steigenden Kundenzahlen und den wachsenden unternehmerischen Erfolg seit der Eröffnung, sprach aber auch über die Besonderheiten und Herausforderungen ihres Geschäftsmodells, zum Beispiel hinsichtlich des Personal- und Kapitaleinsatzes. Insgesamt zog die Gründerin ein positives Fazit und gab einen Ausblick auf ihre Zukunftspläne.

Ohne Plastik? Dies in allen Bereichen zu leben, so Fritz, sei schwierig. In sehr vielen Fällen gäbe es aber sehr gute Alternativen. Ohne Müll? Mit einigen Umstellungen sei das sehr gut möglich – vor allem mit einem Unverpackt-Laden in der Nähe.