07.10.2019

Trends und Chancen in Afrika

Prof. Dr. Philipp von Carlowitz hält Keynote beim Exporttag der Wirtschaftskammer Österreich

ESB-Professor und Afrika-Experte Prof. Dr. Philipp von Carlowitz über "Trends and Innovation for Business in Subsahara-Africa" (Foto: ©WKO)

Von Katrin Reil

„Business as Usual funktioniert in Afrika nicht. Aber Sie können dort erfolgreich sein, wenn Sie mit neuen Geschäftsmodellen agieren.“ Dieses Fazit gab Afrika-Experte Prof. Dr. Philipp von Carlowitz den Teilnehmern des Exporttags der Wirtschaftskammer Österreich in Wien mit auf den Weg. Bei der Veranstaltung mit rund 3.000 Gästen hielt er die Keynote bei der „Africa Innovation Challenge“.

Start-ups und etablierte Unternehmen konnten im Rahmen des Ideenwettbewerbs ihre Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für Afrika präsentieren. Passend dazu sprach Philipp von Carlowitz über „Trends and Innovation for Business in Subsahara-Africa“. Dabei identifizierte er drei Haupttrends: Eine stark wachsende Mittelklasse, zunehmende Urbanisierung und fortschreitende Digitalisierung in den Ländern Subsahara-Afrikas. So schaffe der Telekommunikations-Boom beispielsweise neue Möglichkeiten in ganz unterschiedlichen Bereichen wie Additive Manufacturing, Shared Economy oder E-Learning, so von Carlowitz.

Wie viel Potenzial steckt in Afrika? „Wer Geschäfte in Afrika machen möchte, muss sich durchaus einigen Herausforderungen stellen, zum Beispiel stark regulierten Märkten, Fachkräftemangel oder fehlenden Partnern und Strukturen vor Ort“, gab von Carlowitz den Besucherinnen und Besuchern des Exporttags mit auf den Weg. „Wachstum und Profit sind dafür aber überdurchschnittlich hoch, wenn man sich an die Gegebenheiten anpasst.“

Um an den Chancen zu partizipieren sowie mit den operativen Herausforderungen umzugehen müssten Unternehmen die eingangs vorgestellten Trends in ihre Geschäftsmodelle integrieren, lautete die Empfehlung des Afrika-Experten. So können beispielsweise die Urbanisierung und der dadurch vereinfachte Zugang zu Bildung bei der Bewältigung des Fachkräftemangels helfen. Digitale Produktionstechniken wie den 3D-Druck können eine lokale Produktion auch in kleinen Märkten wie diese in Subsahara Afrika betriebswirtschaftlich rentabel machen.

Bei der anschließenden Preisverleihung der Africa Innovation Challenge standen drei Unternehmen auf dem Siegertreppchen, deren Ideen sich bestens mit den Empfehlungen von Philipp von Carlowitz deckten: Prämiert wurden ein digitaler Identitätsnachweis, schwimmende Solarlösungen für dicht besiedelte Gebiete und Regionen mit wenig Platz sowie ein Hersteller von Dachziegeln aus Altplastik mit Pilotprojekt in Kamerun.