16.08.2019

Zu Gast im Chatham House

Prof. Dr. Florian Kapmeier spricht bei der London Climate Action Week über Negative Emissionstechnologien

Die erste London Climate Action Week zog im Juli führende Klimaforscher und -akteure aus aller Welt in die britische Hauptstadt. Darunter: Prof. Dr. Florian Kapmeier, Professor für Strategie an der ESB Business School. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der beiden renommierten Think-Tanks Chatham House und E3G co-moderierte er den Workshop “Negative emissions and managing climate risk scenarios” über Negative Emissionstechnologien.

Die Veranstaltung richtete sich an Klimaexperten, politische Entscheider und andere einflussreiche Stakeholder. Zielsetzung war, eine Diskussion über die mögliche Rolle, die Risiken und das Potenzial Negativer Emissionstechnologien (NETs) bei der Erfüllung der Klimaziele von Paris anzustoßen. NETs beinhalten zum Beispiel Technologien wie Bioengergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (BECCS), Direct Air Capture (DAC) zur direkten Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre oder CO2-Mineralisierung. Sie stehen zunehmend im Fokus der politischen und öffentlichen Diskussion um die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit.

Im Rahmen des Workshops gaben Experten von Chatham House, E3G und dem International Institute for Applied System Analysis (IIASA) Einblicke in ihre aktuelle Forschungsarbeit. Prof. Dr. Florian Kapmeier visualisierte die Effekte und Risiken von NETs durch den Einsatz des En-ROADS Klima- und Entscheidungssimulators des amerikanischen Think-Tanks Climate Interactive, der in Kürze der Öffentlichkeit vorgestellt wird. En-ROADS basiert auf den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Klimaforschung und simuliert schnell und anschaulich, wie Klimaziele durch Veränderungen bei Energiegewinnung, Konsum, Landnutzung, Ressourcenverbrauch und anderen politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Verhaltensänderungen beeinflusst werden.

Der Effekt des Einsatzes von NETs, so die En-ROADS-Resultate, ist begrenzt und sogar im Bestfall wären die Auswirkungen aufs Weltklima gering. Die Entziehung von Kohlendioxid aus der Erdatmosphäre alleine, so das Ergebnis, genügt nicht, um die Klimaziele von Paris zu erreichen. Alle NETs haben zudem starke Nebenwirkungen, die wiederum andere Sustainable Development Goals beeinträchtigen. “Ob die entsprechenden Technologien überhaupt rechtzeitig und in vollem Ausmaß verfügbar sind, ist zudem noch völlig ungewiss. Deswegen sollten wir uns bei der Diskussion um die Beschränkung der Erderwärmung auf 2° Celsius nicht auf sie verlassen. Wir sollten daher unsere Bemühungen darauf konzentrieren, die Emissionen von Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre zu vermeiden ”, stellte Prof. Dr. Florian Kapmeier abschließend fest.

 

Über Prof. Dr. Florian Kapmeier:

Prof. Dr. Florian Kapmeier ist der deutsche Ansprechpartner für den amerikanischen Think-Tank Climate Interactive. En-ROADS 2019 präsentierte er unter anderem bereits Vertretern des Bundesumweltministeriums und des Auswärtigen Amts, der baden-württembergischen Umwelt- und Kultusministerien, der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)  sowie der UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) in Bonn.