21.10.2019

„Das 21. Jahrhundert wird weiblich“

Frauen auf dem Weg in Führungspositionen: Podiumsdiskussion im Rahmen der Frauenwirtschaftstage 2019

Expertinnenrunde: Prof. Dr. Johanna Bath, Katja Schabert und Dr. Daniela Eberspächer-Roth (v.l.n.r.) diskutieren mit dem Publikum bei den Frauenwirtschaftstagen 2019.

Von: Isabelle Chaumien

„Plötzlich Chefin“: Unter diesem Titel bot die ESB Business School im Rahmen der Frauenwirtschaftstage 2019 am vergangenen Freitag, 18. Oktober, Raum für Gespräche über die Rolle von Frauen in Führungspositionen. In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion vor überwiegend weiblichem Publikum wurde mit Klischees aufgeräumt und an die Gesellschaft appelliert.

Den Auftakt machte Dr. Daniela Eberspächer-Roth, Vize-Präsidentin der IHK Reutlingen/Tübingen/Zollernalb und Geschäftsführerin der Profilmetall Gruppe. „Das 21. Jahrhundert wird weiblich“, unterstrich sie die Bedeutung von Frauen für das Wirtschaftsleben und forderte Frauen dazu auf, eigene Stärken zu identifizieren, um diese für die Karriereplanung einzusetzen. Die Unternehmerin ermutigte ihre Zuhörerinnen, den Weg zur Führungskraft mit Mut und Humor zu meistern: „Seien Sie Prinzessin, Seien Sie Königin“.

Falsche Mythen über Frauen in Führungspositionen

Anschließend stellte Dr. Johanna Bath, Professorin für Business Management and Strategy sowie Corporate Finance an der ESB Business School, den rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem Buch „Der Girlboss Mythos“ vor. Darin rechnet die langjährige Führungskraft bei einem deutschen Automobilhersteller mit der wenig wissenschaftlichen Darstellung des Themas „Frauen in Führungspositionen“ in der Gesellschaft ab und deckt vorherrschende falsche Mythen durch statistisch belegte Fakten auf. Damit Frauen in Führungspositionen keine Ausnahme bleiben, müsse sich neben der Rolle der Frau auch die Rolle des Mannes verändern. Außerdem bedürfe es eines Kulturwandels in der Gesellschaft. Von Unternehmen würden zunehmend Eigenschaften wie Agilität, Flexibilität, Kreativität und Kommunikation gefordert. Darin sieht die Professorin eine große Chance für Frauen. Abschließend forderte Bath weibliche Führungskräfte auf, sich selbst treu zu bleiben und in überwiegend von Männern dominierten Führungsriegen Authentizität zu bewahren.

Frauen müssen schnell und entscheidungsfreudig sein

Nach den beiden Vorträgen nahm neben Dr. Daniela Eberspächer-Roth und Prof. Dr. Johanna Bath auch Katja Schabert auf dem Podium Platz. Im Laufe ihrer Karriere wurde die studierte Betriebswirtin mehrmals von ihr unerwartet in Führungsrollen befördert und ist seit 2017 Geschäftsführerin der Transline Deutschland GmbH, einem Übersetzungsservice-Unternehmen mit Sitz in Reutlingen. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Dr. Arjan Kozica, Professor für Organisation und Leadership an der ESB Business School.

Angesprochen auf eigene Rollenvorbildern nannten die Rednerinnen neben berühmten Frauen wie Angela Merkel und Sheryl Sandberg vor allem ihre eigenen Mütter. Auf die Frage wie sich Frauen auf Führungspositionen vorbereiten können, empfahl Bath, schnell und entscheidungsfreudig zu agieren. Zum einen müssten Frauen rascher ihren Weg finden, da ihre biologische Uhr ticke, zum anderen seien Frauen häufig zögerlicher und tendierten dazu sich auszuprobieren. Die Ursache hierfür sei unter anderem, dass Frauen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen weniger unter dem gesellschaftlichen Druck stünden, alleine eine Familie ernähren zu müssen. Schabert riet jungen Frauen, sich zunächst Gedanken darüber zu machen, welche Konsequenzen eine Führungsposition für das Privatleben mit sich bringt.

Auf die abschließende Frage welchen Tipp die Rednerinnen jungen, ambitionierten Studentinnen geben würden, fiel die Antwort eindeutig aus: „Klarheit entwickeln, entscheiden und kommunizieren“, empfahl Bath und Eberspächer-Roth ergänzte: „Mit Begeisterung und Herzblut Führungskraft sein wollen“.

Die Frauenwirtschaftstage 2019 waren eine landesweite Aktion für Gleichstellung vom 16. bis 19. Oktober, an der sich die ESB Business School mit der Veranstaltung am vergangen Freitag beteiligte. Die baden-württembergische Regierung will mit den Frauenwirtschaftstagen „die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben und in der Wirtschaft unterstützen“