06.05.2020

E-Scooter für einen "grünen Campus"?

Studierende des Masterstudiengangs Operations Management (MOM) haben klare Vorstellungen von einem grünen Campus.

Von Maximilian Schneider

Wie wichtig ist es den Studierenden der Hochschule Reutlingen, sich flexibel und nachhaltig auf dem großen Hochschulgelände zu bewegen? Kann ein hochschuleigenes Mobilitätskonzept den Campus noch „grüner“ machen? Sind das tatsächlich Themen und Ziele am Puls der Zeit und sind diese überhaupt realisierbar?

Diesen Fragen widmete sich ein Team von acht Studierenden des Masterstudiengangs Operations Management (MOM) im Rahmen eines Projektes während des Wintersemesters 2019/20. Der Studiengang der ESB Business School sieht es vor, dass Studierendenteams ein ganzes Semester lang Projekte in Selbstorganisation bearbeiten und die Ergebnisse im Rahmen einer Abschlussveranstaltung mit Vertretern von Hochschule, Industriepartnern und Kommilitonen präsentieren.

Eine Campusbefragung mit ca. 700 Hochschulangehörigen zum Thema „Nachhaltiges Mobilitätskonzept“ ergab: es lohnt sich, das Thema anzugehen.

Gesagt bzw. empirisch bestätigt, getan – die Studierenden des Teams „ESB-Electric Scooter Business“ machten sich ans Werk und entwickelten einen CAD Prototyp eines E-Scooters. Wie sollten die Scooter auf dem Campus zur Verfügung stehen? Wie sollen Sie aufgeladen werden? Wie können Studierende auf und in Umgebung des Campus Roller leihen, wie bezahlen? Unter welchen Umständen rechnen sich die Kosten für die hochschuleigene E-Scooter-Flotte? Alle diese Aspekte galt es gründlich zu durchdenken.

Das Campuskonzept, als Kernergebnis des Projekts, sieht langfristig eine Eigenproduktion von E-Scootern im Werk150 – der Fabrik am Campus der Hochschule Reutlingen und eine autarke und nachhaltige Energieversorgung vor. Ergänzt wird es durch ein innovatives Geschäftsmodell, welches die Studierenden zu einem aktiven Teil des Mobilitätsnetzwerkes macht. Um dem eigenen Anspruch der Realisierbarkeit gerecht zu werden, arbeiteten die Studierenden ein Business Case mit mehreren Szenarien für eine zeitnahe Umsetzung aus.

Die Thematik der Zahlungsbereitschaft von Endkunden für E-Mobilität im universitären Rahmen wird auch in einem Paper diskutiert, welches in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift ZWF (Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb) veröffentlicht wurde.

„Die Ergebnisse der MOM-Gruppe sind vielversprechend, so dass wir sie die Ideen fortführen und eine konkrete Umsetzung prüfen“, so Herr Prof. Dr. Ohlhausen, Projektbetreuer und Professor an der ESB Business School, nach der Abschlusspräsentation im Plenum.