28.01.2020

Mit disruptivem Denken die Zukunft gestalten

Alumnus Christoph Schell (IPBS 1995) berichtet beim Business Breakfast über seine Rolle als CCO bei HP

v.l.n.r.: Prof. Dr. Dominic Wader (Stellvertretender Dekan der ESB Business School), Christoph Schell (CCO bei HP), Prof. Dr. Christoph Binder (Dekan der ESB Business School)

Von Kathrin Ludwig und Tim Geyer

Zwischen Brezeln und Business: Rund 25 Jahre nach seinem Abschluss an der ESB Business School sowie der NEOMA Business School in Reims kehrte Alumnus Christoph Schell (IPBS 1995), Chief Commercial Officer bei HP, nach Reutlingen zurück, um im Rahmen eines „Business Breakfast“ Erfahrungen und Erkenntnisse aus seiner so erfolgreichen wie ereignisreichen Karriere zu teilen.

Disruptives Denken, Neugierde und Mut zu Veränderungen – das seien jene Qualitäten, die ihn ins Topmanagement von HP befördert hätten, so Schell. Im Rahmen der Veranstaltung gab er persönliche Einblicke in kulturelle und strategische Herausforderungen an 55 Studierende aus allen Semestern des MSc International Accounting, Controlling and Taxation, MSc International Business Development, MA Strategic Sales Management, MSc Consulting & Business Analytics sowie des BSc International Management Double Degree weiter.

Bei Kaffee, Brezeln und Süßgebäck verdeutlichte Christoph Schell, wie neue Technologien Einfluss auf seine tägliche Arbeit ausüben. Dabei betonte er vor allem die Wichtigkeit der Kooperation mit den großen Marktplätzen rund um Amazon, Alibaba etc. Er sehe diese Unternehmen als „Spiegel dessen, wie gut ein Unternehmen das eigene Leistungsversprechen kennt.“ Heutzutage, so sein Rat, müsse man datengesteuerte Geschäftsmodelle etablieren und dabei Märkte ins Auge fassen, die zu den Kernkompetenzen eines Unternehmens passten. Dabei zeigte sich Christoph Schell vor allem von Industrie 4.0 fasziniert und stellte überzeugend dar, dass dieser Trend einen entscheidenden Einfluss auf die zukünftigen Karrieren der Studierenden haben wird: „Ihr seid hier, um in solchen Trends das Potenzial zur Disruption von existierenden Geschäftsmodellen zu erkennen!“ Disruptives Potenzial sieht er in verschiedenen Industrien und mahnt große Konzerne zur Agilität, um nicht von Start-Ups überholt zu werden. Trotz aller Vorteile, die mit der Digitalisierung einhergehen, betonte Christoph Schell auch die Gefahren: „Wir alle müssen aufpassen, wohin die Welt sich entwickelt und Verantwortung dafür tragen, was wir hinterlassen – der digitale Fußabdruck ist nicht immer nur unser Freund!“

Beim abschließenden Q&A ging es dann ans Eingemachte: Wie schafft man es, mit der Verantwortung und dem Druck, der mit einer derartigen Führungsposition einhergeht, klarzukommen? Was motiviert einen nach so vielen Jahren jeden Tag zur Arbeit zu gehen? Welche Qualität sollte eine Führungskraft heutzutage haben?

Mit Ehrlichkeit und Humor stellte sich Christoph Schell den Fragen und betonte mit einem Augenzwinkern, dass als gebürtiger Schwabe ein attraktives Einkommen natürlich eine Motivation darstelle. In seinem Alltag jedoch inspiriert ihn vor allem die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und seinen Mitarbeitern sowie der positive Einfluss auf das Ökosystem, den man in einem Unternehmen wie HP hat. Dabei betonte er, dass Work-Life-Balance essentiell sei – so sind für ihn Familie und Schlagzeug ein willkommener Ausgleich zum Arbeitsalltag. Nach jahrelanger Führungsverantwortung in Dubai, Singapur, Sydney und den USA betont er, dass man sich und seinen Führungsstil anpassen und offen für neue Kulturen und Menschen sein sollte. Als praktische Tipps gab er den Studierenden zuletzt mit, Sprachen zu lernen und mit Neugierde, Mut und disruptiver Denkweise die Zukunft aktiv zu gestalten.