15.04.2020

Vom Hörsaal ins Wohnzimmer

Studierende und Lehrende der ESB Business School erzählen von ihrem Alltag in Zeiten von Corona

Miriam, MBA International Management Part-Time (3. Semester)

Durch Corona arbeite ich seit Mitte März im Home Office und kombiniere den Arbeitsalltag und die Online-Vorlesungen am Abend und am Wochenende von Zuhause aus.

An manchen Tagen verbringe ich dadurch nun zwölf Stunden vor meinen Laptops, empfinde aber Tools wie Adobe Connect, Zoom, Microsoft Teams oder Skype als sehr gute Unterstützung und Auflockerung, so dass auch Diskussionen und Gruppenarbeiten im Rahmen von Vorlesungen weiterhin stattfinden können. Regelmäßiges Umziehen des Arbeitsplatzes vom Arbeitszimmer ins Wohn- oder Esszimmer helfen außerdem, konzentriert zu bleiben.

Durch die reduzierten Fahrtzeiten von Bonn nach Reutlingen bleibt mir gerade etwas mehr Zeit, um Inhalte zu vertiefen oder Vorlesungen vorzubereiten. Insgesamt freue ich mich aber schon wieder sehr auf den persönlichen Austausch mit den Dozenten und unserem Jahrgang und hoffe sehr, dass wir bald wieder zu Veranstaltungen in Reutlingen zusammenkommen können.

Simon, BSc International Management Double Degree (4. Semester)

Keine Präsenzveranstaltungen und trotzdem keine Langeweile: So in etwa lässt sich meine momentane Lage beschreiben.

Da das aktuelle Semester mit einigen Gruppenprojekten und Hausarbeiten versehen ist, fällt der Ausfall an Präsenzveranstaltungen nur unwesentlich ins Gewicht, zumal die meisten Professoren und Professorinnen kontinuierlich Lernpakete, Lernvideos oder Online-Vorlesungen bereitstellen.

Weil das digital alles bestens klappt, ist für mich aktuell die größte Herausforderung meine Familie davon zu überzeugen, dass ich tatsächlich fast den ganzen Tag „am arbeiten“ bin – auch wenn ich „nur“ vor dem Laptop sitze.

Prof. Dr. Maud Schmiedeknecht, Professorin für Corporate Governance und Corporate Social Responsibility

Innerhalb einer Woche habe ich meinen Entrepreneurship-Kurs auf Online-Lehre umgestellt und einen Kurs im berufsbegleitenden MBA gestartet. In diesem Kompaktkurs haben die Studierenden die Aufgabe, eine eigene Geschäftsidee zu entwickeln. Anhand des Business Designs, eines agilen Innovationsmanagementansatzes, lernen sie zahlreiche Methoden und Tools wie Design Thinking, Business Model Canvas, Lean Startup und Prototyping kennen und wenden diese selbst an.

Dieser Kurs lebt von Workshops und intensiver Teamarbeit im „Start-up-Modus“. Dieses Lehr- und Lernformat so kurzfristig digital umzusetzen war für mich eine Herausforderung, da es entsprechender Software bedarf, die neben „klassischer Vorlesung“ unter anderem auch Teamarbeit in virtuellen Räumen ermöglicht. Dank des großen Einsatzes unserer IT-Abteilung konnten wir rechtzeitig zum Kursbeginn allen Teilnehmern Microsoft Teams zur Verfügung stellen. Zusätzlich nutzen wir einen Workspace für Innovationsprojekte. Ich bin begeistert, wie professionell die Studierenden diese digitalen Plattformen für die Vorlesung, den Austausch und ihre Teamarbeit nutzen.

Lena, MSc International Business Development (3. Semester, aktuell in Taiwan)

Hier in Taiwan ist die Situation bislang unter Kontrolle. Das Tragen einer Maske an öffentlichen Plätzen ist hier sowieso längst für alle normal. In öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es nun eine Maskenpflicht. An der Universität finden die meisten Kurse noch regulär statt, allerdings müssen einige Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.

Inzwischen wird das Tragen eines Mundschutzes auch in den Unterrichtsräumen verlangt. An der Universität wird direkt beim Betreten des Gebäudes mit einer Wärmebildkamera die Körpertemperatur jedes Studenten gemessen. Liegt diese unter 37.5°C bekommt man einen Sticker an die Kleidung geklebt, der anzeigt, dass man kein Fieber hat.

In der Mensa wurden Stühle abgesperrt, so dass Studenten den nötigen Sicherheitsabstand einhalten. Auch vor dem Betreten von Reisebussen, Restaurants und Sehenswürdigkeiten wird zunächst die Körpertemperatur gemessen. Dank dieser Maßnahmen können Geschäfte und Restaurants weiter geöffnet bleiben und das alltägliche Leben wird nicht zu sehr eingeschränkt.

Calvin, BSc International Management Double Degree (6. Semester, aktuell im Praktikum)

Ich kann mich gerade nicht beschweren: Ich bin statt in Zürich im Büro im Homeoffice mit Mama und Hund. Ich habe einen halbwegs strukturierten Tagesablauf und deshalb viel mehr Freiheiten. Ich mache viel Sport, bin viel mehr draußen und mache auch mehr Pausen, bin aber trotzdem produktiver.

Wir haben immer noch viel zu tun und mein Arbeitspensum hat sich eher erhöht als verringert. Ich bin eigentlich ganz zufrieden, aber freue mich auch schon wieder aufs Büro und Face-to-Face Meetings.

Annkathrin Klein, ESB-Mitarbeiterin verantwortlich für die CAD-Labore im Bereich Internationales Wirtschaftsingenieurwesen

Auch die Wirtschaftsingenieure an der ESB Business School haben sich der Herausforderung Online-Lehre gestellt. In den Studiengängen BSc Production Management und BSc International Operations and Logistics Management lehren wir den Umgang mit der CAD Software CATIA. Diese Software stellt überdurchschnittliche Anforderungen an die Hardware, die die meisten Laptops der Studierenden nicht erfüllen.

Da die Präsenz in unserem CAD-Labor in diesem Semester auf jeden Fall nicht im benötigten Maße erfolgen kann, stellen wir den Studierenden die Spezialsoftware und die Rechnerleistung aus unseren PC-Räumen zu Hause zur Verfügung. Das bedeutet, dass sich die Studierenden von zu Hause an einem Rechner im PC-Raum anmelden und in der gewohnten PC-Umgebung arbeiten können.

Um kollaboratives Arbeiten auch in einem virtuellen Semester zu unterstützen, werden wir die Vorlesungen und Tutorien mit Microsoft Teams umsetzen.

David, BSc International Business (2. Semester)

Insbesondere am Anfang war es schwierig, sich auf diese schon sehr besondere Situation enzustellen, aber inzwischen ist das Studium von zu Hause aus via Zoom oder Microsoft Teams unser „Daily Business“ geworden.

Ich habe mich daran gewöhnt, aber natürlich ist es auch eine große Umstellung sich mit den Kommilitonen nicht persönlich treffen und seine Gedanken, Erfahrungen und Fragen austauschen zu können. Besonders vermisse ich die direkte Interaktion und Gruppenarbeiten in unseren Sprachkursen, weil wir dort einfach nicht mit den gewohnten Techniken arbeiten können.

Den Herausforderungen durch Corona stellt sich aber ja gerade die gesamte Gesellschaft und meiner Meinung nach geht das Team des BSc International Business gut damit um.

Samuele, MBA International Management Part-Time (3. Semester)

Bei mir haben sich in den vergangenen Wochen alle Aktivitäten auf das Zuhause verlagert, Studium sowie Arbeit. In der ersten Online-Vorlesung habe ich gemerkt, dass man sich zu Hause durch alle möglichen Objekte sehr leicht ablenken lässt. Die folgende Vorlesung habe ich dann ins helle, weiträumige Wohnzimmer verlagert und erstmal alles aus dem Weg geräumt.

Positiv überrascht haben mich die zahlreichen Features der Videoassistenten. Zum Beispiel hat der Dozent die Möglichkeit, automatisch Gruppen aufzuteilen und die Studierenden in eigene virtuelle Räume zu platzieren. Der persönliche Kontakt mit den Kommilitonen fehlt mir sehr, da man während der Pausen viel miteinander gesprochen hat. Dies hat sich nun alles ins Virtuelle übertragen. Wir nutzen Gruppenchats oder telefonieren miteinander. Die studienrelevanten Gruppenarbeiten finden in dafür vorgesehenen virtuellen Räumen statt.

Das Positive an diesen ungewöhnlichen Zeiten für mich als Part-Time-Student: Man nimmt sich mittags mehr Zeit mit der Partnerin zu kochen oder abends mit der Familie zu telefonieren. Dies kommt zwischen Vollzeit-Arbeit und Studium sonst meist zu kurz.

Isabelle, MSc Internation Business Development (3. Semester, aktuell im Praktikum)

Als ich im Dezember letzten Jahres meinen Praktikumsvertrag erhielt, hätte ich mir niemals träumen lassen, dass ich nach zwei Wochen Einarbeitung bereits ins Homeoffice umziehen würde. Zum Glück ist mein Arbeitgeber digital gut aufgestellt, so dass das Homeoffice einwandfrei klappt.

Dank Skype und einem tollen Team klappt die Kommunikation auch aus der Ferne. Und einen kleinen Vorteil hat das Arbeiten von zu Hause auch: Durch das Wegfallen des Pendelns spare ich jeden Tag über eine Stunde Fahrtzeit.

Nico, BSc Production Management (Absolvent 2019)

Wenn aufgrund des Coronavirus die Absolventenfeier entfällt, muss man eben improvisieren - so wird schnell aus einer Cornflakes-Packung ein Doktorhut.

Vielen Dank an die ESB Business School und an alle Kommilitonen und Kommilitoninnen für die wundervolle Studienzeit, vielleicht sieht man sich ja im Rahmen eines Masterprogramms oder als Alumni wieder.

Bleibt gesund und nehmt die Situation ernst, aber gerne auch mit etwas Humor!