04.07.2019 | ESB Topnews, MSc Operations Management

Eine Premiere und spannende Projekte in Forschung und Industrie

Projektpräsentationen des Masterstudiengangs Operations Management

Virtuelle Realitäten, eine "sägenhafte" Geschichte und weitere spannende Projekte standen diesmal im Mittelpunkt der Semesterpräsentation des MSc Operations Management.

Von: Teresa Maria Barth (MSc MOM)

Bereits im Studium erleben die Studierenden des Masterstudiengangs MSc Operations Management wie unter Realbedingungen Projekte aus Produktion, Logistik und Forschung an den Schnittstellen zu Wirtschaft und Technik abgewickelt werden. Sie bearbeiten dabei in eigenverantwortlichen Teams praxisnahe Aufgabenstellungen aus Industrie und Forschung. Die dafür erforderliche Fach- und Methodenkompetenz eigenen sich die Studierenden begleitend in Vorlesungen zu Technik, Betriebswirtschaftslehre, Logistik und Produktion an.

Die Projektergebnisse dieses Semesters wurden am vergangenen Donnerstag in großem Rahmen vorgestellt. Neben zahlreichen Vertretern der Unternehmen und Forschungsinstitute verfolgten auch die betreuenden Professoren interessiert die Präsentationen und besuchten die Informationsstände der Projektgruppen. Nachfolgend werden die Projektinhalte kurz vorgestellt.

Eine Premiere in diesem Semester stellt das erste internationale Projekt im Studiengang dar. Ein Projektteam trat während der Semesterferien die große Reise nach Malaysia an, um dort in der Produktion der SICK Malaysia Sdn. Bhd in Johor Bahru das Projekt „MOM goes international: Optimization in a sensor assembly“ durchzuführen. Während des Semesters wurde das Projekt, das diverse Themen rund um Optimierungslösungen innerhalb der Produktion thematisierte, weiterbearbeitet und ein Tool zur Erfassung und Auswertung von Produktionsdaten entwickelt sowie ein zukunftsfähiges, mittelfristig umsetzbares Konzept dazu erstellt.

Ein weiteres innovatives Tool wurde im Projekt „Leading Leadec: Standortübergreifende & toolbasierte Optimierung des Energiemanagements“ entwickelt. Dabei wurden im Rahmen eines Design Thinking Workshops die häufigsten Probleme dieses Bereichs festgestellt und analysiert, um diese anschließend in einen Standardprozess mit integrierter Software-Lösung zu übersetzen. Dieses Tool soll in der praktischen Anwendung dazu verwendet werden, den Energieverbrauch eines Standortes schnell überblicken zu können und Optimierungsansätze mittels eines Technologieradars zu finden.

Ebenfalls ein digitales Thema wurde in Kooperation mit der ekz.bibliotheksservice GmbH bearbeitet. Hierbei konzipierten und validierten die Studierenden mit Hilfe von Projektmanagementmethoden sowie Wissen über Fertigungsorganisationen und schlanke Produktionssysteme einen idealen Wertschöpfungsablauf. Im Vordergrund des Projektes „DigiTransformation - Die Zukunft der ekz“ stand der Einsatz innovativer und digitaler Technologien.  

Als Folge-Projekt wurden in Kooperation mit der Wafios AG die Erkenntnisse des Vor-Projekts aus dem vergangenen Semester, in dem die internen Wertströme analysiert wurden, aufgenommen und umgesetzt. Im Projekt „Alles im Fluss: Störungsfreie Materialversorgung der Produktion“ wurden die Soll-Materialflüsse definiert und entsprechende Maßnahmen konzeptioniert und implementiert, um vorhandene Potentiale optimal zu nutzen.  

Um die Optimierung des Material- und Informationsflusses sowie die Nutzung von Potentialen drehte es sich auch im Projekt „Eine sägenhafte Geschichte: Optimierter Material- und Informationsfluss für MEBA“. Dort wurden versteckte Potentiale an einer Montagelinie der Firma MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH aufgedeckt und Digitalisierungstechnologien recherchiert und methodisch bewertet, um die Nutzenpotenziale und damit wertvolle Wettbewerbsvorteile auszuschöpfen. Anschließend wurden die abgeleiteten Maßnahmen in ein Umsetzungskonzept übersetzt.

Im Rahmen des Projektes „Kognitive Buildings and Systems 2030“ in Kooperation mit der ESB Logistik-Lernfabrik wurden innovative Konzepte für die Implementierung und Anwendung kognitiver Gebäude und Systeme entwickelt. Dazu wurden Personas und Szenarien erstellt, die den alltäglichen Tagesablauf in einer solchen Umgebung beschreiben.

In Kooperation mit einer hochschulinternen Institution wurde ein Projekt im Automatisierungstechnik-Labor durchgeführt. Das Projektteam entwickelte während des Semesters im Projekt „VR ESB - Entwicklung und Produktion einer Cardboard VR-Brille“ eine VR-Brille mit einem zugehörigen Film. Mit Hilfe einer solchen, individualisierbar gestalteten VR-Brille kann auf Veranstaltungen, an denen die Hochschule präsentiert werden soll, ein virtueller Rundgang über den Campus gemacht werden.

Das Forschungsprojekt „Kollaborative Netzwerkorganisationen: Perspektiven für Forschung und Entwicklung“, welches in Kooperation mit dem Fraunhofer IAO (Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation) stattfand, beschäftigte sich mit der Forschungslücke rund um die Arbeitsorganisation von Netzwerken. Das Ziel des Projektes war es, Erkenntnisse im Bereich einer innovationsförderlichen Ausgestaltung von Netzwerken zu schaffen, weshalb das Projektteam eine Theorie, die sich ursprünglich auf die innovative Zusammenarbeit auf Teamebene bezieht, auf die Netzwerkebene weiterentwickelte. Diese neue Theorie wurde mit Hilfe einer Datenerhebung innerhalb der Forschungsfabrik ARENA2036 verifiziert.

Die beteiligten Kooperationspartner aus Forschung und Industrie waren sich einig, dass durch die gemeinsame Projektbearbeitung mit den Studierendenteams wertvolle Ergebnisse und ein interessanter Austausch geschaffen wurde. Die Studierenden konnten durch die Semesterprojekte wertvolle Erfahrungen im teilweise internationalen Industrie- beziehungsweise Forschungsumfeld sammeln. Dadurch und durch die Zusammenarbeit in den Projektteams konnten fachliche, soziale und interkulturelle Kompetenzen im unmittelbaren Anwendungsfall gefestigt werden. Die Projektmitglieder wurden somit hervorragend auf die Herausforderungen der Arbeitswelt vorbereitet.