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04.06.2021

Ein Blick über den Tellerrand

Studierende des BSc International Management Double Degree simulieren Unternehmensberatungsprojekt mit der Allianz Deutschland.

Von Sven Rottner

Praxisnähe auch im virtuellen Hörsaal: Welche Auswirkungen hätte die Einführung einer Bürgerversicherung auf die privaten Krankenversicherungen? Welche Möglichkeiten eröffnen sich den privaten Versicherungsanbietern durch verhaltensbasierte Tarife und die Nutzung von gendiagnostischen Daten? Über diese Fragen diskutierten kürzlich Studierende des BSc International Management Double Degree mit dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister und heutigen Vorstandsmitglied Daniel Bahr und Dr. Volker Marko von der Allianz Krankenversicherung.

Im Wahlpflichtmodul „Auswirkungen von politischen Risiken auf Geschäftsentscheidungen“ beschäftigen sich die Studierenden aus dem vierten Semester des Studiengangs BSc International Management Double Degree mit realitätsnahen Szenarien an den Schnittstellen der Themenbereiche Risikomanagement, Politikwissenschaften sowie strategischen Unternehmensentscheidungen. Die Studierenden identifizieren und quantifizieren die Auswirkungen politischer Chancen und Risiken für ein konkretes Unternehmen und erarbeiten Maßnahmen zu deren Management.

Das Modul ist interdisziplinär wie praxisnah: Kürzlich simulierten die Studierenden im Rahmen der Vorlesung eine Beratungssituation für die private Krankenversicherung der Allianz Deutschland.

Ihre Gesprächspartner waren an diesem Abend der ehemalige Bundesgesundheitsminister und heutige Leiter des Vorstandsressorts Leistungsmanagement und Zentrale Vertriebskoordination bei der Allianz, Daniel Bahr, sowie Dr. Volker Marko, Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik bei der Allianz. In dieser Konstellation entstand eine besonders authentische Gesprächssituation.

Bürgerversicherung und verhaltensbasierte Tarife

Die Studierenden hatten sich im Vorfeld eingehend mit dem Themenfeldern Bürgerversicherung sowie verhaltensbasierte Tarifgestaltung auseinandergesetzt. In Kleingruppen stellten sie in der Vorlesung ihre Ergebnisse vor. Käme es tatsächlich zur Einführung einer Bürgerversicherung, so hielten die Studierenden einen Ansturm auf die privaten Zusatzversicherungen für gut möglich. Sie prognostizierten, dass vielen Menschen die Leistungen aus der gesetzlichen Bürgerversicherung schlicht nicht ausreichen würden. Eine langfristige Kompensation des wegfallenden Neugeschäfts könnte allerdings zu signifikanten Umsatzeinbußen führen. Diese sollen mit kreativen neuen Geschäftsmodellen reduziert werden.

Auch den Einsatz von Tracking zur Erfassung kundenspezifischen Bewegungsverhaltens über eine Smartphone-App stellten die Studierenden in der Veranstaltung zur Diskussion. Kombiniert mit freiwilligen Gentests könnte sich das erfasste Verhalten der Kundinnen und Kunden günstig auf deren Versicherungsbeiträge auswirken. Für eine erfolgreiche Umsetzung sind allerdings eine Reihe von juristischen, ethischen und datenschutzrechtlichen Fragen zu beachten, die die Studierenden ebenfalls adressieren.

Das simulierte Beratungsgespräch ermöglichte den Studierenden einen Blick über den Tellerrand. Prof. Dr. Julia Brüggemann, Studiendekanin des BSc International Management Double Degree und verantwortliche Professorin für das Modul, freut sich über den regen Austausch: „Durch den Besuch von Herrn Bahr und Herrn Marko kam ein sehr dynamisches Gespräch zustande. Die Studierenden konnten erleben, wie es ist, vor einem so hochkarätigen Gremium zu präsentieren. Beide Seiten konnten wertvolle neue Eindrücke gewinnen.“

Auch Daniel Bahr hebt die Professionalität der Studierenden hervor: „Durch die gute Vorbereitung der Studierenden entstand eine interessante und angeregte Diskussion. Die Studierenden gingen sehr präzise auf die Bedürfnisse einer privaten Krankenversicherung ein.“

Die Vorlesung fand im Rahmen des Wahlpflichtmoduls „Auswirkungen von politischen Risiken auf Geschäftsentscheidungen“ statt. Bereits Anfang des Monats hatten die Studierenden die Möglichkeit in der Vorlesung einem Gastvortrag des renommierten Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte zu lauschen.