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10.03.2021

Graue Schwäne

Wie Unternehmen mögliche Gefahren erkennen und darauf reagieren

von Sven Rottner

Die Covid-19-Pandemie traf viele Unternehmen und Wirtschaftsbereiche bis ins Mark. Wie vorhersehbar war das Szenario einer globalen Pandemie mit all ihren negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft? Diese Frage stellen sich Prof. Dr. Julia Brüggemann und Prof. Dr. Christoph Binder von der ESB Business School. In einem neu erschienenen Fachartikel stellen sie Konzepte vor, wie Unternehmen Ereignisse, die eigentlich vorhersehbar sind, künftig besser frühzeitig identifizieren können.

Graue Schwäne, so heißen Szenarien mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit aber großen negativen Auswirkungen, die in gleicher oder ähnlicher Form bereits eingetreten oder grundsätzlich vorstellbar sind. Die frühzeitige Demaskierung dieser Grauen Schwäne ist für den Fortbestand und die Profitabilität vieler Unternehmen von großer Relevanz.

In ihrem Artikel „Über das Finden von Grauen Schwänen“ zeigen  Prof. Dr. Julia Brüggemann und Prof. Dr. Christoph Binder auf, wie Unternehmen Gefahren frühzeitig erkennen und welche Maßnahmen sie ergreifen können. Durch die Nutzung einer Reihe von geeigneten Instrumenten, so die Schlussfolgerung der Autoren, wäre auch die derzeitige Krise durch Covid-19 für Unternehmen früher zu managen gewesen.

Professor Binder verweist beispielsweise auf die US-amerikanische Supermarktkette H-E-B: „Das Unternehmen hatte seit der Vogelgrippepandemie 2005 ein Konzept in der Schublade liegen, das es durch die Erfahrungen der Schweinegrippe erneut verfeinern konnte. H-E-B war dadurch auf die jetzige Krise gut vorbereitet und konnte besser reagieren als die Konkurrenz.“

Methoden zur Erhöhung der Resilienz

Bei der Identifizierung von Grauen Schwänen stehen Unternehmen eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung. Bewährt haben sich Brainstormings, die basierend auf Risikokatalogen bei der Einschätzung der Relevanz von Grauen Schwänen helfen. Durch den Einsatz von bestimmten Methoden wie Premortems oder Red Teaming können die mit Brainstormings einhergehenden „Biases“ (Verzerrungen in der Risikowahrnehmung und Entscheidungsfindung) reduziert werden.

Inzwischen wird vereinzelt auch Künstliche Intelligenz (KI) zur Identifizierung und zum Umgang mit Grauen Schwänen eingesetzt. Damit können Unternehmen aus gesammelten Daten Trends und mögliche Gefahren ableiten. Mithilfe szenariobasierter Ansätze können Unternehmen zudem gezielt Wirkungsketten in den Blick nehmen.

Für Professorin Brüggemann liegen die Vorteile der Methoden auf der Hand: „Durch fortlaufende, systematische Beschäftigung mit Grauen Schwänen kann außerdem die Krisenresilienz von Unternehmen erhöht werden.“

Der Artikel ist in der Fachzeitschrift Controlling & Management Review erschienen und steht auf der Seite von Springer Link zu Verfügung.