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01.02.2021

Interaktiv und international

Dr. Yuanita Handayati spricht über ihre Erfahrungen mit dem Online-Semester.

Dr. Yuanita Handayati

Die ESB Business School begrüßt regelmäßig Gastdozentinnen und -dozenten aus der ganzen Welt. Im Wintersemester 2020/2021 übernahm Yuanita Handayati aus Indonesien zwei Blockmodule des BSc International Operations and Logistics Management. Sie ist Expertin im Bereich Operations and Supply Management und lehrt am Institut Teknologi Bandung in Indonesien. Sie erkennt die derzeitigen Herausforderungen, betont aber auch die Vorteile von Online-Vorlesungen.

An der ESB Business School gaben Sie Seminare zu International Transport Logistics and Supply Chain Management. Nun hatten in den vergangenen Monaten viele Unternehmen Schwierigkeiten, Lieferketten aufrecht zu erhalten und pünktlich zu liefern. Wie geht man solche Probleme Ihrer Meinung nach am besten an?

Ein Schlüsselelement zur Aufrechterhaltung von Lieferketten ist die Koordination aller Beteiligten. Um die Produkte pünktlich zu liefern, müssen sich alle Beteiligten einbringen. Ein Informationsaustausch ist wichtig, um einen Überblick der Situation zu behalten und um eine effektive Strategie zur Lösung der derzeitigen Lieferprobleme zu finden. Die Unternhemen müssen begreifen, dass ihre Entscheidungen andere Unternehmen und die gesamte Lieferkette beeinflussen. Es ist daher wichtig, die Koordination in der Lieferkette zu verbessern, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Kunden erfüllt werden und deren Zufriedenheit steigt.

Derzeit finden alle Seminare an der ESB Business School online statt. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Online-Semester?

Die größte Herausforderung von Online-Vorlesungen ist die Interaktion mit den Studierenden. In herkömmlichen Vorlesungen, merkt man ziemlich gut, wie aufmerksam die Studierenden sind. Online-Vorlesungen müssen interaktiver und unterhaltsamer für die Studierenden sein. Ich binde sehr gerne Spiele in meine Vorlesungen ein, hauptsächlich Brettspiele. In Zeiten der Pandemie ist das aber nicht möglich. Ich musste nach den online-Versionen suchen oder die Studierenden auf andere Weisen aktivieren. Eine weitere Herausforderung ist die sechsstündige Zeitverschiebung zwischen Indonesien und Reutlingen. Wenn mir die Studierenden eine Nachricht schicken, kann ich gegebenenfalls nicht gleich darauf antworten, weil in Indonesien bereits Mitternacht ist.

Trotzdem gefällt mir, wie aktiv die Studierenden an der ESB an Seminardiskussionen teilnehmen. Es zeigt, dass sie zuhören und kritisch mitdenken. In der letzten Sitzung schickten mir mehrere Studierende Nachrichten, wie viel sie in dem Seminar gelernt hatten.

Wie ist es Ihnen trotz Online-Vorlesungen gelungen, schwierige und komplexe Sachverhalte zu vermitteln?

Es ist mir wichtig, zu wissen, wie sich die Studierenden fühlen. Als Lehrende müssen wir unser Wissen nicht nur an die Studierenden weitergeben, sondern auch sicherstellen, dass sie die Themen verstehen. Ich stelle die Materialien bereits vor der Vorlesung zur Verfügung, damit sich die Studierenden im Vorfeld damit beschäftigen können und wir mehr Zeit für Diskussionen im Seminar haben. Ich kann die Sitzungen auch aufzeichnen, sodass sich die Studierenden die Aufnahmen noch einmal ansehen können und die Rechnungen zu Hause erneut durchführen können.

Als weiteren Vorteil von Online-Vorlesungen können die Studierenden auf verschiedenen Online-Plattformen ihre Meinung abgeben. So entsteht ein gewinnbringender Austausch mit den Studierenden.

In Ihrer Forschung beschäftigen Sie sich mit dem Konzept des zirkulären Wirtschaftens. Wie kann dieses Konzept zur Anwendung kommen, zum Beispiel in Bereichen wie der Landwirtschaft?

Das oberste Ziel von zirkulärem Wirtschaften ist die Vermeidung von Abfall, indem ihn neuer Nutzen gegeben wird. Die Landwirtschaft ist ein Bereich, wo dieses Konzept genutzt werden kann. Ackerbau, Geflügelzucht und die Fischerei können verknüpft werden, um den Ausschuss aus einem anderen Bereich zu nutzen. Landwirte, die beispielsweise Maniok anbauen, nutzen in der Regel nur die Knollen und vernichten den Rest der Pflanze. Bei entsprechender Weiterverarbeitung, können andere Teile der Pflanze aber als Tierfutter oder Düngemittel dienen. Alle Beteiligten können zusammenarbeiten, um den Abfall zu verringern und neuen Nutzen zu schaffen, was letztendlich der Umwelt zugute kommt.

Zunächst war geplant, dass Sie im Sommersemester 2020 in Reutlingen unterrichten, was dann aber auf das Wintersemester verschoben wurde. Wegen der Pandemie, konnten sie aber auch im Winter nicht nach Reutlingen kommen. Planen Sie, Reutlingen oder die ESB Business School in der Zukunft zu besuchen?

Ich bin sehr gespannt drauf, nach Reutlingen zu kommen und die Kolleginnen und Kollegen und die Studierenden dort kennenzulernen. Ich hoffe, die Situation mit Corona entschärft sich bald, damit ich endlich nach Reutlingen kommen kann.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Gespräch genommen haben.

Dr. Handayatis Lehrtätigkeit als Gastdozentin erfolgte im Rahmen des Projekts „Global Partnerships Plus“ aus der Förderlinie HAW.International des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Das Projekt wird vom DAAD mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Im Fokus stehen die non-EU Doppelabschlusspartnerschaften der Hochschule Reutlingen in den Studiengängen International Operations and Logistics Mangement (IOLM) und International Management Double Degree (IMX).