Hochschule Reutlingen

Netzwerk HAW Kenia

Netzwerkbildung und Qualifizierungsmaßnahmen zum Modell der deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kenia.

Das Projektvorhaben (2017 bis 2021) zielte mit Hilfe von einer Vielzahl von Maßnahmenpaketen darauf ab, die Bedarfe der relevanten kenianischen Stakeholder zu identifizieren, persönliche und institutionelle Kontakte zwischen Deutschland und Kenia zu intensivieren und aufzubauen sowie kenianische Hochschullehrer und Nachwuchswissenschaftler mit dem deutschen Modell der „Hochschule für angewandte Wissenschaften“ (HAW) und der angewandten Lehre an HAWs vertraut zu machen.

It is argued that current teaching approaches are more geared towards academics instead of focusing on creative thinking, problem-based learning, design thinking, expanded problem solving capabilities, and other innovative approaches. […] The priority in reforms should then focus on the ability to change teaching approaches and introduction of new curriculum in a similar manner as it is happening with the lower school where competence-based curriculum is underway. […] What we need at the moment is investments in research and development, less bureaucracy and good managers to help universities contribute to economic development.

Bitange Ndemo,

Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der University of Nairobi
Quellenlink

Obenstehendes Zitat steht exemplarisch für die Stimmen unserer kenianischen Gesprächspartner, die wir als Hochschulkonsortium in den letzten zwei Jahren treffen durften. Verteterinnen und Vertreter der Hochschulen, Industrie und auch aus der kenianischen Regierung sind überzeugt, dass es im kenianischen Bildungswesen einen großen Reformbedarf gibt. Durch drei Konsortialreisen im ersten Projektjahr sowie zusätzliche Recherchen konnten wir uns ein umfassendes Bild von der kenianischen Hochschullandschaft, den politischen Gegebenheiten und den Bedarfen der Industrie machen. Unsere Ziele, die Bedarfe kenianischer Akteure zu identifizieren und Kontakte aufzubauen, konnten wir so innerhalb der Projektlaufzeit erreichen.  

Neben Diskussionen über die Qualität von Forschung und Lehre in den jeweiligen Hochschulen, die Durchführung von Praktika und Industrieaufenthalten und die rechtlichen Rahmenbedingungen wurde auch die technische Ausstattung von Hochschulen thematisiert (und auch erlebt durch Laborführungen). Die größten von uns identifizierten Bedarfe liegen im Bereich Hochschul-Industrie Kooperationen. ProfessorInnen und MitarbeiterInnen verfügen nicht über die notwendige Praxiserfahrung in der Industrie und können so keine angewandte Lehre durchführen. Es fehlen auch die nötigen Kontakte und institutionalisierten Kooperationen, um Wissens- und Know-how-Transfer zu realisieren. Für Studierende gibt es nicht ausreichend Praktikumsplätze. Zudem beklagt sich die Industrie, dass Graduierte zu wenig Praxiserfahrung mitbringen und auch nicht über die notwendigen transversalen Fähigkeiten verfügen, um schnell einsatzfähig zu sein. Aus diesem Grunde die Gründung eines „German East-African Advisory Board for Applied Sciences“. In diesem Gremium kommen führende Expertinnen und Experten aus Kenia und Deutschland, aus Hochschulen und der Wirtschaft zusammen, um sich zu vernetzen und zur Förderung der angewandten Wissenschaften auszutauschen.  

Projektziele

  1. Kenianische HochschullehrerInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen haben fundiertes Wissen über das deutsche HAW-Modell  

  2. Persönliche und institutionelle Kontakte zwischen Deutschland und Kenia sind intensiviert bzw. aufgebaut  

  3. Kenianische HochschullehrerInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen sind versiert in Gestaltung und Durchführung praxissorientierter Lehre nach dem deutschen HAW-Modell inklusive entsprechender digitaler Kompetenzen (z.B. im Bereich Blended Learning)  

  4. Erste Erkenntnisse zur Institutionalisierung von angewandter Hochschullehre in Ostafrika sind gewonnen 

  5. Kontakte/Netzwerke mit Unternehmen sind etabliert und gefestigt  

  6. Wissen über das HAW-Modell wird in der Zielgruppe der zukünftigen Studierenden verbreitet  

  7. Interkulturelles Verständnis und Verständnis über unterschiedliche Wissenschaftstraditionen ist auf beiden Seiten gestärkt (übergeordnetes Ziel)  

Maßnahmenpakete

Im Vordergrund aller Projektaktivitäten stand die Kommunikation mit den Stakeholdern, das Verständnis für die unterschiedlichen Bildungssysteme, der Erfahrungsaustausch sowie Wissens- und Kompetenzerwerb. 

Das Vorhaben umfasst eine Vielzahl von unterschiedlichen Maßnahmenpakete, welche in Deutschland wie auch in Kenia durchgeführt wurden.
 

  • Stakeholder mapping and needs analysis 
  • SWOT-analyse 

  • Workshop Kenya "Law and Organization HAW" 

  • Workshop Germany "Teaching at HAW" 

  • MINT Summer School for Kenyan Lecturers in Germany 

  • Visiting Kenyan doctoral candidates 

  • Event "Establishment and expansion of research networks" in Germany 

  • Veranstaltung "International Association of Business Engineering Professionals" in Kenia 

  • Learning Factory Conference in Germany TU Braunschweig 

  • German-East African Advisory Board for Applied Sciences  

  • Bildung von Arbeitsgruppen des German-East African Advisory Boards  

  • Future Engineers Vacation School  

  • Erstellung eines White Papers 

Beteiligte Hochschulen

Ihre Ansprechpartnerin

Beschaffungs-, Produktions- und Transportlogistik, Industrial Engineering

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