Hochschule Reutlingen

Citylogistik Ettlingen

Elektromobile Logistik in Ettlingen: Weniger Logistikverkehr in der Stadt ist das Hauptziel des Pilotprojekts „Ettlingen bringt’s“. Dabei sollen E-Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die Lieferungen von einem am Stadtrand platzierten Micro-Hub ins Zentrum transportieren.

1. Zielsetzung

Das Projekt „Ettlingen bringt’s“ hat die Zielsetzung, gemeinsam mit der Stadt Ettlingen und dort ansässigen KMUs unter besonderer Berücksichtigung der Strukturen von Ettlingen als Mittelstadt eine Lösung zu entwickeln, die das Lieferverkehrsaufkommen durch Verbrennungsfahrzeuge in der Altstadt minimiert, die Effizienz der urbanen Logistik steigert, die Lebensqualität erhöht und gleichzeitig neue Geschäftsmodelle v. a. für lokale KMUs ermöglicht.

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Das Projekt verfolgt drei Hauptziele:  

  1. Kosteneinsparung durch Effizienzsteigerung 

  2. Zusätzliche Service-Leistungen  

  3. Reduzierung der Umweltauswirkungen 

2. Hintergrund

Im Herbst 2020 hat die Stadt Ettlingen das Pilotprojekt „Elektromobile Logistik in Ettlingen“ gestartet. Hintergrund ist unter anderem eine EU-Zielvorgabe, die bis zum Jahr 2030 eine 50-prozentige emissionsfreie Paketzustellung fordert. Davon betroffen ist vor allem die Zustellung auf der so genannten „Letzten Meile“, dem letzten Glied der Lieferkette bis zum Empfänger bzw. Besteller.  

Gefördert wird das Projekt „Elektromobile Logistik in Ettlingen“ mit dem Markennamen „Ettlingen bringt’s“ durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Rahmen des Förderaufrufs „Ideenwettbewerb Elektromobile Logistik in Klein- und Mittelstädten“.  

Kooperationspartner der Stadt sind das Forschungszentrum Logistik der Hochschule Reutlingen, das als Projektmanagement fungiert und das Projekt wissenschaftlich begleitet, die Firma "Transport Betz" als lokales, mittelständisches Logistikunternehmen, das das zentrumsnahe Mini-Zentrallager (Micro- Hub) eingerichtet hat und die Elektromobile Auslieferung auf der „Letzten Meile“ bewerkstelligt sowie die "pakadoo GmbH", die das notwendige IT- System sowie den Paketschrank für die Allgemeinheit bereitstellt.

3. Ablauf des Projekts

Die Rahmenbedingungen und Abläufe des Projekts „Ettlingen bringt´s“ sind fast identisch zum Projekt „deliveRT“, nämlich ein innenstädtisches Lieferkonzept für die emissionsfreie Bündelung und Lieferung. Deshalb wird der folgende Absatz aus der Beschreibung von „deliveRT“ mit kleinen Änderungen übernommen. 

Im Mittelpunkt des Konzepts steht ein innenstadtnahes Micro-Hub bei der Firma Transport Betz, in welchem Pakete von unterschiedlichen Paketdienstleistern oder von Einzelhändlern in der Ettlinger Innenstadt gebündelt und von dort im nächsten Schritt konsolidiert in der Innenstadt zugestellt werden. Der Zustellungsort kann entweder ein Paketschrank, ein Paketshop oder die persönliche Adresse des Kunden sein. Derzeit steht bereits ein Paketschrank in der Thiebauthstraße in der Ettlinger Innenstadt. Durch die Angabe der Micro-Hub Adresse als Zustellort und einer persönlichen Identifikationsnummer in der c/o-Adresszeile, erfolgt im Micro-Hub einer Zuordnung und Konsolidierung der Pakete. Die Bürger von Ettlingen erhalten ihre Pakete anschließend durch eine emissionsfreie Zustellung mithilfe von elektrifizierten Lastenfahrrädern zu einem frei wählbaren Zeitpunkt an einen Ort ihrer Wahl (beispielsweise einem Paketschrank). 

 

Anstoß für die Überlegungen war, dass allein in der Innenstadt tagtäglich über 300 Pakete und Päckchen an Private ausgeliefert werden, hinzu kommen die Lieferungen an den Einzelhandel: allein ein Schuhhaus erhält täglich bis zu 100 Pakete von verschiedenen Zustellern. Der Online-Handel, der während der Pandemie einen ungeheuren Schub bekommen hat, hat das Aufkommen nochmals erheblich verschärft durch Bestellungen und Retouren.

Johannes Arnold
Oberbürgermeister der Stadt Ettlingen

 

Unsere Projektpartner

Neben der Stadt Ettlingen als Projektleitung des gesamten Vorhabens und Schnittstelle zu den Bürgern unterstützen weitere Kooperationspartner das Projekt "Citylogistik Ettlingen". Das Startup Pakadoo, das 2018 aus der LGI als GmbH ausgegründet wurde, stellte das notwendige IT- System sowie den Paketschrank bereit. Der lokale Spediteur Transport Betzs richtete das zentrumsnahe Mini-Zentrallager (Micro Hub) ein und bewerkstelligte die elektromobile Auslieferung auf der „Letzten Meile“.

 

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